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Düsseldorf
NSU-Ausschuss untersucht den Wehrhahn-Anschlag

Düsseldorf. Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss (PUA), der den Bluttaten der rechtsextremen Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) nachgeht, will sich noch vor der Sommerpause mit dem Bombenanschlag auf dem S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn befassen. Dies kündigte PUA-Vorsitzender Sven Wolf (SPD) an. Bei der Explosion einer Rohrbombe waren dort im Juli 2000 zehn Menschen zum Teil schwer verletzt worden; ein Kind wurde im Mutterleib getötet. Es gilt als denkbar, dass der bis heute nicht aufgeklärte Anschlag auf das Konto des thüringischen NSU-Trios Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe gehen könnte.

Derzeit prüft der PUA, ob es Verbindungen des NSU zur rechtsradikalen Szene in Dortmund gegeben hat. Dort war Anfang April 2006 ein türkischstämmiger Kioskbesitzer erschossen worden. Er war das achte Opfer einer Mordserie an ausländischen Kleinunternehmern, die dem NSU angelastet wird. Bei der Vernehmung von zwei Zeugen, die der rechtsradikalen Dortmunder Szene angehören, hat der Ausschuss allerdings keinen Hinweis auf eine solche Verbindung bekommen.

Der Zeuge Sebastian S., offenbar ein V-Mann des Verfassungsschutzes, hat allerdings angegeben, dass Kontakte zwischen rechtsradikalen Zirkeln in Dortmund und Kassel existierten. In Kassel war zwei Tage nach dem Mordanschlag von Dortmund der türkische Betreiber eines Internet-Cafés erschossen worden. Die Tatwaffe war immer dieselbe.

Zu den Verbrechen, die in NRW dem NSU zugerechnet werden, gehören auch der Sprengstoffanschlag vom Januar 2001 in der Kölner Probsteigasse sowie das Nagelbomben-Attentat 2004 in der Kölner Keupstraße, bei dem 22 Menschen verletzt wurden.

(hüw)
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