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OECD will Korruption bekämpfen: Nummernkonten in Liechtenstein abschaffen

zuletzt aktualisiert: 14.06.2000 - 10:59

Hamburg (dpa). Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Liechtenstein als Steueroase und Paradies der Geldwäscher den Kampf angesagt.

Dem Hamburger Magazin "Stern" sagte Mark Pieth, Strafrechtler an der Universität Basel und Präsident der Arbeitsgruppe zur Korruptionsbekämpfung der OECD, in Zukunft solle es "anonyme Stiftungen, Nummernkonten oder dergleichen" nicht mehr geben. Die begünstigte Person dahinter müsse bekannt sein. "Ist dies nicht der Fall, darf keine Bank mehr die Gelder dieses Treuhänders verbuchen."

Bis spätestens 2001 sollen die 29 Wirtschaftsminister der großen Industrienationen diese Normen konkretisieren. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte in einem 24 Seiten starken Dossier Liechtenstein als bedeutende Drehscheibe für Kapitalverschiebungen aller Art gebrandmarkt.

Durch eine bessere Abstimmung in Rechts- und Kontrollfragen soll zudem die Korruption bekämpft werden. Unternehmen, die bestechen, sollen künftig von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden und müssten mit empfindlichen Geldbußen rechnen.

Pieth beschuldigte die Regierung von Liechtenstein, die dubiosen Geschäfte der Treuhänder gedeckt zu haben. "Sonst hätte sie wohl kaum die Rechtshilfeersuchen anderer Länder selbst in Fällen schwerster Kriminalität abgelehnt." Der Fürst habe "jahrelang über seine Anteile an der Bank in Liechtenstein an den obskuren Praktiken des Finanzplatzes partizipiert".

Am Dienstag hatte der Liechtensteinische Bankenverband Besorgnis über den Umgang von Fürst Hans-Adam II. und der Regierung des Kleinstaats mit dem Geldwäsche-Skandal geäußert.

Quelle: RPO Archiv

 
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