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Berlin
Nur 20.000 Asylbewerber im März

Berlin. Die Grenzschließung in Mazedonien zeigt jetzt volle Wirkung in Deutschland.

Nach der Schließung der Balkanroute kommen immer weniger Flüchtlinge in Deutschland an. Im März wurden nur noch 20.608 Asylsuchende registriert. Im Februar waren es noch gut 60.000 gewesen, im Januar etwa 90.000. Von Griechenland aus wurden erneut Flüchtlinge und andere Migranten in die Türkei abgeschoben. Eine Flüchtlingsprognose für das Gesamtjahr wollte Bundsinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nicht abgeben.

Noch im November hatte die Flüchtlingszahl bei mehr als 200.000 gelegen. Vor einigen Wochen hatten mehrere Staaten entlang der Balkanroute - dem bis dahin wichtigsten Fluchtweg nach Europa - ihre Grenzen geschlossen. De Maizière sagte, inzwischen kämen weniger als 200 Menschen am Tag über die deutsch-österreichische Grenze.

Bei der Ankunft in Deutschland werden Flüchtlinge im IT-System zur "Erstverteilung von Asylbegehrenden" (EASY) registriert. Erst später stellen sie einen Asylantrag. Trotz des Rückgangs kommt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nicht hinterher, die riesige Zahl an Asylverfahren abzuarbeiten.

Die Zahl der Asylanträge lag mit fast 60.000 im März deutlich über der Zahl der Neuregistrierungen. Denn nun stellen Flüchtlinge, die länger im Land sind, einen Antrag. "Die Zahl der Asylanträge steigt", sagte de Maizière. "Die Zahl derer, die nach Deutschland kommen, sinkt." Die Zahl der unerledigten Anträge stieg auf fast 410.000. Hinzu kommen 300.000 bis 400.000 Menschen, die eingereist sind, aber noch keinen Asylantrag gestellt haben. Auch diese Verfahren wird die Behörde noch bewältigen müssen. Durch den Rückstau hat die Dauer der Asylverfahren von 5,2 auf sechs Monate zugenommen, sagte Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise.

(dpa)
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