Antikriegstag: Öcalan ruft zur Lösung des Kurdenkonfliktes auf
zuletzt aktualisiert: 01.09.2000 - 11:35Istanbul (dpa). Der zum Tode verurteilte PKK-Chef Abdullah Öcalan hat anlässlich des Antikriegstags erneut zu einer friedlichen Lösung des Kurdenkonfliktes aufgerufen. "Ich rufe dazu auf, die Gewalt hinter sich zu lassen und auf der Basis von Brüderlichkeit zusammen mit der Türkei Frieden und Demokratie zu verwirklichen", hieß es in einer Erklärung des PKK-Chefs, die am Freitag in Istanbul von seinen Anwälten verbreitet wurde.
Öcalan rief zudem den türkischen Staat zu einem Dialog auf. Die türkische Regierung weigert sich bisher, mit der PKK zu verhandeln. Öcalan war vor mehr als einem Jahr wegen Hochverrats und zahlreicher Morde zum Tode verurteilt worden. Der Chef der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ist auf der Insel Imrali im Marmarameer inhaftiert. Der EU-Kandidat Türkei wartet im Fall Öcalan eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte ab.
Behörden haben indes geplante Kundgebungen der pro-kurdischen Demokratie-Partei des Volkes (HADEP) in Ankara, Izmir, Istanbul, Diyarbakir und Icel anlässlich des Antikriegstages untersagt. HADEP- Chef Ahmet Turan Demir sagte in der "Turkish Daily News": "Wir würden alle Anstrengungen zur Demokratisierung, für einen Frieden und für die Lösung der Kurdenfrage unterstützen." Demir kritisierte jedoch, dass bis auf einige positive Reden bisher keine konkreten Schritte unternommen worden seien.
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