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Doha
Ölländer scheitern mit Drosselung

Doha. Die Opec-Staaten wollten den Preis hochtreiben, doch der Iran scherte aus.

Nach der Talfahrt der Ölpreise versuchen große Exporteure, die weltweite Förderung zu drosseln. Sie kamen gestern in Doha, der Hauptstadt von Katar, zusammen und wollten die Fördermenge auf dem Niveau von Januar einfrieren, wie es auch bereits im Entwurf für ein Einigungspapier hieß. Doch am Abend scheiterten die Verhandlungen: Für eine Entscheidung brauche es mehr Zeit, teilten die 18 Staaten mit.

Sie stehen für 75 Prozent der weltweiten Produktion. Die Gespräche platzten vor allem wegen des Iran. Das Land, das nach Aufhebung der Sanktionen wieder auf dem Weltmarkt aktiv ist, sagte seine Teilnahme ab. Es will seine Förderung nicht drosseln, sondern erhöhen.

Für die deutschen Verbraucher ist das eine gute Nachricht. Experten hatten bei einer Einigung mit einem Preisanstieg gerechnet. Der Ölpreis sei stark spekulativ getrieben, so dass nach einer Einigung mit leicht steigenden Preise zu rechnen wäre, sagte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) unserer Redaktion. Im Juni wollen die Ölstaaten einen neuen Anlauf nehmen. Einen sprunghaften Anstieg erwartet Kemfert aber auch bei einer Einigung nicht, da das weltweite Überangebot groß sei. "Entscheidend ist, was in den USA passiert, ob dort die Ölförderung sinken wird."

Der Ölpreis hat eine Achterbahnfahrt hinter sich: 2014 hatte ein Barrel (159 Liter) noch mehr als 100 Dollar gekostet, im Januar 2016 war der Preis unter 30 Dollar gefallen. Da die Märkte mit einer Drosselung rechnen, hat der Ölpreis wieder auf 40 Dollar angezogen. Das bekommen auch deutsche Autofahrer zu spüren: Die Spritpreise sind gegenüber ihren Tiefstständen schon wieder gestiegen. Laut ADAC kostet ein Liter E 10 durchschnittlich 1,26 Euro, ein Liter Diesel 1,02 Euro.

(anh/dpa)
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