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Bombenattentat 1983 auf französisches Kulturzentrum: Opfer von Anschlag fordern 18 Millionen von Syrien

zuletzt aktualisiert: 16.08.2000 - 19:41

Berlin (dpa). Rund 17 Jahre nach dem Bombenanschlag auf das "Maison de France" in Berlin haben Opfer Schmerzensgeld in Höhe von 18 Millionen Mark vom Staat Syrien gefordert. Das teilten Rechtsanwälte der Opfer am Mittwoch in Berlin mit. Bei der Explosion im August 1983 in dem französischen Kulturzentrum waren ein 26- jähriger Mann getötet und 23 Menschen zumeist schwer verletzt worden.

Im Januar war der Terrorist Johannes Weinrich wegen des Anschlags zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte damals im Urteil fest, die Attentäter hätten vielfältige Unterstützung arabischer Staaten erhalten und nannte namentlich Syrien.

Der mitangeklagte frühere syrische Diplomat Nabil Shritah wurde in dem Prozess nach einem Geständnis wegen Beihilfe zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. "Syrien ist für das Verhalten seiner Diplomaten verantwortlich und hat für die Folgen ihrer Taten auch finanziell einzustehen", begründeten die Anwälte der 18 Opfer die Forderung nach Schmerzensgeld. Es gebe erhebliche Anhaltspunkte dafür, dass Shritah auf Anweisung Syriens gehandelt habe.

Die Anwälte kündigten rechtliche Schritte an, falls Syrien bis zum 12. September nicht zahlen sollte. Nach dem Prozess vom Januar mit der Verurteilung Weinrichs und dem Geständnis von Shritah erhoffen sie sich jetzt größere Chancen für die Durchsetzung der Forderung, wie einer der Anwälte auf Anfrage sagte.

Weinrich war im Januar wegen der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, Mordes und fünffachen versuchten Mordes verurteilt worden. Der vierjährige Prozess um den Anschlag auf das Kulturzentrum gilt als einer der aufwendigsten in der deutschen Justizgeschichte.

Quelle: RPO Archiv

 
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