Ulrich Klose in Teheran eingetroffen: Optimismus über Hofers Freilassung
zuletzt aktualisiert: 10.01.2000Teheran (dpa). Der Chef des auswärtigen Bundestagsausschusses, Ulrich Klose, ist am Montag zu einem viertägigen Besuch in Teheran eingetroffen. Dabei wird er sich vermutlich für die Freilassung des in Iran inhaftierten Deutschen Helmut Hofer einsetzen. Am Montag wollte sich Klose mit seinem Amtskollegen und Gastgeber Hassan Rohani treffen. Einen Tag später wird er vom iranischen Parlamentspräsidenten Ali-Akbar Nategh-Nuri empfangen. Ein Treffen mit Staatspräsident Mohammad Chatami war noch nicht absehbar.
Offizielles Thema der Gespräche ist die Zusammenarbeit der Parlamente beider Staaten. Doch Beobachter sehen einen starken Zusammenhang mit dem neuen Prozess gegen Hofer. Der 58-jährige Hamburger ist seit mehr als zwei Jahren in Iran inhaftiert. Er muss sich am 20. Januar erneut vor Gericht verantworten.
Hofer kam im vergangenen Monat gegen Kaution aus dem Gefängnis frei, kann aber bis zu dem neuen Verfahren das Land nicht verlassen. Diplomatischen Kreisen zufolge kann sich der deutsche Geschäftsmann im Land frei bewegen. Er wird am Montag auch Klose treffen.
Eine Lösung im Fall Hofer soll laut Klose auch die Voraussetzung für die geplante Reise Chatamis nach Deutschland schaffen. Es wird vermutet, dass Klose die Einladung von Bundeskanzler Gerhard Schröder an Chatami erneuert.
Hofers Anwalt Nasser Taheri geht davon aus, dass der kommende Prozess der letzte im Fall Hofer sein wird. In dem neuen Verfahren wird dem Deutschen zur Last gelegt, er habe einen iranischen Sicherheitsbeamten angegriffen und beleidigt. Hofer hat die Vorwürfe strikt zurückgewiesen. Ein Revisionsgericht prüft derzeit Hofers Protest gegen diese Anschuldigung.
Hofer war im September 1997 wegen einer angeblichen verbotenen sexuellen Beziehung zu einer Moslemin festgenommen und später zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde aufgehoben, und der Fall endete schließlich mit einer Geldstrafe. Danach wurde ein bisher ungeklärter Spionagevorwurf erhoben. Anschließend folgten die neuen Anschuldigungen.
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