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Unklarheit über Hamas: Palästinenser erwägen Einstellung von Selbstmordattentaten

zuletzt aktualisiert: 19.05.2002 - 14:12

Kairo/Damaskus/Riad (rpo). Offenbar erwägen mehrere Palästinenser-Gruppen nach eigenen Angaben die Einstellung von Selbstmordattentaten auf Zivilisten in Israel.

Nach der radikal-islamischen Organisation Hamas erklärte am Sonntag auch die Demokratische Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), sie werde künftig nur noch israelische Soldaten und Siedler angreifen. Die DFLP wolle Israels Ministerpräsidenten Ariel Scharon keinen Vorwand für seine Militäraktionen gegen die Palästinenser liefern, sagte der Generalsekretär der radikalen Organisation am Sonntag in Damaskus. Sollte die israelische Armee jedoch erneut Zivilisten angreifen, behalte sich die DFLP "Vergeltungsmaßnahmen" auch gegen israelische Zivilisten vor.

Unklarheit herrscht momentan noch über eine ähnliche Ankündigung der Hamas. Auf der einen Seite kündigte die Bewegung am Wochenende die Fortsetzung aller Formen des Widerstandes an. Gleichzeitig deutete ihr geistiger Führer, Scheich Ahmed Jassin, an, dass sich der bewaffnete Arm der Hamas in Israel künftig auf Angriffe gegen militärische Ziele beschränken wolle, falls Israel seinerseits das Töten von palästinensischen Zivilisten einstelle. In einem Interview mit der saudischen Zeitung "Al Dschasira" (Samstag-Ausgabe) sagte er: "Wir sind die ersten, die das Töten von Zivilisten ablehnen, und wir hatten uns entschlossen, uns an diese Politik zu halten, aber die israelische Armee hat Massaker an unserem Volk verübt in Dschenin und an anderen Orten. Deshalb müssen wir uns auf ihre Methoden einstellen."

Das Hamas-Mitglied Ismail Abu Schanab bestätigte in einem am Sonntag von der saudischen Zeitung "Al Watan" veröffentlichten Interview indirekt Berichte über einen Dialog der Hamas mit der Autonomiebehörde von Präsident Jassir Arafat und unter der Schirmherrschaft Saudi-Arabiens über die Frage der Selbstmordattentate. "Hamas fürchtet den Dialog nicht, sondern fördert ihn sogar, sei es intern oder mit anderen Arabern oder Moslems", sagte er. Es sei aber noch zu früh, um schon Einzelheiten dieses Dialogs preiszugeben. Offen ließ Abu Schanab auch, ob sich Hamas an den von Arafat angekündigten Wahlen beteiligen wird.

Nach dem jüngsten Besuch des saudischen Kronprinzen Abdullah Ibn Abdelasis in Texas waren Berichte über eine Vereinbarung beider Seiten über eine künftige "Arbeitsteilung" im Nahost-Konflikt durchgesickert. Danach wolle die US-Regierung Israel dazu bringen, bereits geschlossene Verträge mit den Palästinensern zu respektieren. Saudi-Arabien wolle seinerseits die Terroranschläge durch radikale Palästinenser stoppen.

Quelle: RPO Archiv

 
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