Wieder ein Palästinenser von Israelis erschossen: Palästinenser lehnen Barak-Angebot erneut ab
zuletzt aktualisiert: 02.12.2000 - 15:01Gaza/Ramallah (dpa). Ein führender palästinensischer Politiker hat erneut den Vorschlag des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak für ein Zwischenabkommen mit den Palästinensern abgelehnt, das die Lösung der schwierigsten Fragen des Nahost-Konflikts ausklammert.
Der Stabschef von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, Tajeb Abdel Rachim, sagte am Samstag, Baraks Vorschlag, die Frage der Souveränität über Jerusalem und das Recht auf Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge nach Israel auszuklammern, würde «den Friedensprozess nur untergraben». Rahim betonte gleichzeitig, die Palästinenser seien zur Wiederaufnahme voller Verhandlungen auf der Basis der UN-Resolutionen bereit.
Barak hatte vorgeschlagen, ein Interimsabkommen mit den Palästinensern zu schließen, da der Streit um Jerusalem und die Rückkehr von Flüchtlingen zurzeit nicht zu lösen sei. Barak bot stattdessen ein Abkommen an, das den Palästinensern insgesamt 50 Prozent des Westjordanlandes sichern würde. Außerdem wäre Israel zur Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaats bereit. Die Lösung der strittigen Fragen sollte dann um bis zu drei Jahre aufgeschoben werden. Palästinensische Politiker lehnten dies rundheraus ab. Sie fordern Israels vollständigen Rückzug aus den besetzten Gebieten.
Am Samstag wurde in dem Ort Betunia bei Ramallah im Westjordanland ein 26-jähriger Palästinenser von israelischen Soldaten mit scharfer Munition erschossen. Nach palästinensischen Angaben hatte der Handwerker mit einer Schleifmaschine an einem Haus gearbeitet, in dessen Umgebung es zu Zusammenstößen zwischen Soldaten und Demonstranten gekommen war. Den Angaben zufolge hielten die Soldaten die Maschine offenbar für eine Waffe und töteten den Mann durch einen Genickschuss.
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