Israel verlangt Beweise: Palästinenser nehmen angeblich Extremistenführer fest
zuletzt aktualisiert: 16.01.2002 - 06:38Ramallah (rpo). Räumen die Palästinenser jetzt selber unter ihren Extremisten auf? Nach eigenen Angaben haben sie am Dienstag nach eigenen Angaben den Führer der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), Ahmed Saadat, festgenommen. Die PFLP hatte sich zum Mord am israelischen Tourismusminister Rehawam Seewi im Oktober bekannt.
Israel hat wiederholt erklärt, die Reisebeschränkungen des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat würden erst dann aufgehoben, wenn Saadat festgenommen werde.
Die israelische Regierung reagierte skeptisch auf die Berichte über die Festnahme und verlangte Beweise. "Ich bin nicht sicher, dass er festgenommen worden ist", sagte Raanan Gissin, ein Berater von Ministerpräsident Ariel Scharon. Man werde erst einmal abwarten. Gissin wiederholte außerdem die Forderung nach einer Auslieferung aller, die an dem Attentat auf Seewi beteiligt waren.
Die palästinensischen Behörden äußerten sich nicht näher über die Umstände der Festnahme Saadats. Dessen Stellvertreter Abdel Rahim Malluh sagte jedoch, Saadat sei während eines Treffens mit einem Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörde festgenommen worden. "Das ist eine politische Handlung, die sehr gefährliche politische Konsequenzen hat", sagte Malluh. Saadats Festnahme sei ein Zeichen dafür, dass die Autonomiebehörde den "amerikanischen Druck und israelische Forderungen" akzeptiert habe.
In Ramallah, wo Saadat inhaftiert sein soll, marschierten am Abend rund 250 Anhänger der PLFP zum Büro Arafats und riefen gegen die Autonomiebehörde gerichtete Parolen. In der syrischen Hauptstadt Damaskus forderte ein Sprecher der PLFP, Maher Taher, die sofortige Freilassung Saadats.
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