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Traditioneller Weihnachtssegen "Urbi et Orbi": Papst beklagt Gewalt in Indonesien und Nahost

zuletzt aktualisiert: 25.12.2000 - 15:16

Rom/Bethlehem (AP). Papst Johannes Paul II. hat in seiner Weihnachtsbotschaft zum Frieden in der Welt aufgerufen. Insbesondere bezog sich der Papst in seiner Ansprache auf dem Petersplatz vor etwa 50.000 Gläubigen auf den Nahost-Konflikt und auf die Anschläge gegen Kirchen in Indonesien an Heiligabend. Anschließend erteilte er in 60 Sprachen den Segen "Urbi et Orbi". Bereits die Christmesse in der Nacht zum Montag hatte im Zeichen des Nahost-Konflikts gestanden. In Bethlehem beklagte Patriarch Michel Sabah in der Christmette die anhaltende Gewalt.

Der Papst wirkte während seiner Ansprache am Montag müde und war kaum zu verstehen. Auf den Stufen des Petersdoms sagte der Papst, er denke mit großer Sorge an das Heilige Land, in dem die Gewalt den Weg zum Frieden erschwere. Speziell erwähnte er auch die Bombenanschläge in Indonesien, bei denen am Sonntag mindestens 13 Menschen getötet worden waren. Mit Hinblick auf Abtreibung und Euthanasie sprach Johannes Paul vom Schatten des Todes über jedem Stadium des Lebens.

Auch in der Nacht zum Montag hatte der Papst auf dem Petersplatz vor mehr als 40.000 Gläubigen die Situation im Nahen Osten angesprochen. Der 80-Jährige erinnerte während der Christmette an den Besuch in Bethlehem während seiner Reise ins Heilige Land im vergangenen März. "Heute Nacht sollten die christlichen Gemeinden dort fühlen, dass die Kirche ihnen sehr nahe ist", sagte er. In ganz Rom läuteten die Kirchenglocken, als der Papst um Mitternacht an den Altar trat.

Trotz Regens hatten sich zehntausende Gläubige in der Nacht auf dem Petersplatz eingefunden. Um den Pilgern die Teilnahme an der Christmette zu ermöglichen, hatte der Papst darauf bestanden, die Messe unter freiem Himmel zu feiern und nicht wie in den vergangenen Jahren im Petersdom. Mit dem diesjährigen Weihnachtsfest beginnt das Ende der Feiern zum Heiligen Kirchenjahr 2000. Offiziell endet das Kirchenjahr mit dem Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar.

Auch die Christmette in Bethlehem stand im Zeichen der jüngsten blutigen Zusammenstöße zwischen Israelis und Palästinensern. In Gegenwart des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat erinnerte Patriarch Michel Sabbah in der Nacht zum Montag an "unsere toten und verletzten Brüder, unsere zerstörten Häuser, unsere bombardierten Kirchen und Klöster, unsere belagerten Städte und Dörfer".

Unter den Hunderten von Besuchern der Messe in der südlich von Jerusalem gelegenen Stadt waren fast ausschließlich Palästinenser. Im Gegensatz zu 1999 waren ausländische Touristen wegen der gespannten Lage in diesem Jahr weitgehend ausgeblieben. Bei der traditionellen Weihnachtsprozession von Jerusalem nach Bethlehem spielten im Gegensatz zu früheren Jahren keine Musikkapellen. Bei den Zusammenstößen zwischen Palästinensern und Israelis kamen seit Ende September mindestens 345 Menschen ums Leben, die überwiegende Mehrheit von ihnen Palästinenser.

Quelle: RPO Archiv

 
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