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Warnung vor Flügelkämpfen: PDS setzt weiter auf Gysi

zuletzt aktualisiert: 19.10.2002 - 20:27

Berlin (rpo). Gregor Gysi soll nicht zum Oskar Lafontaine der PDS werden. Trotz der heftigen Kritik an der Parteiführung setzt die PDS weiter auf eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Partei- und Fraktionschef.

"Gysi kann nach wie vor eine wichtige Rolle in der PDS spielen, wenn er das möchte", wird der neue Bundesgeschäftsführer Uwe Hiksch in einer Vorabmeldung der "Welt am Sonntag" zitiert.

Die ehemalige PDS-Bundestagsvizepräsidentin Petra Bläss warnte ihre Partei vor einer Fortsetzung der Flügelkämpfe. In dem Blatt stellte Hiksch klar, dass die PDS hinter den Landesregierungen mit PDS-Beteiligung stehe. "Unsere Aufgabe als Bundespartei sehen wir darin, den Regierungskoalitionen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zu helfen, unser sozialistisches Profil deutlich zu machen", sagte er. Dazu habe auch ein Klärungsgespräch von ihm und Parteichefin Gabi Zimmer mit dem Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf und PDS-Landeschef Stefan Liebich beigetragen.

Auf dem Bundesparteitag in Gera am vergangenen Wochenende hatte Zimmer eine stärkere Ausrichtung auf eine Oppositionsrolle gefordert und Kritik an den PDS-Landesverbänden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern geübt.

Wohin entwickelt sich die Partei?

Bläss gab in der Chemnitzer "Freien Presse" (Samstagausgabe) zu, dass es in der PDS an allen Ecken und Kanten brodele. Wie sich die Partei weiterentwickle, lasse sich noch nicht sagen. Der Flügelstreit zeige, wie tief die Wunde sei. Einer neuen Linkspartei räumte sie dagegen wenig Chancen ein. "Das halte ich für illusionär", wird die PDS-Politikerin zitiert. Bläss bot ihre Vermittlung im parteiinternen Streit ein.

Der Berliner Parteienforscher Gero Neugebauer sieht in einer Fortsetzung der rot-roten Koalition in der Hauptstadt die einzige Chance für die PDS. "Nur so kann sie sich auch bundespolitisch profilieren und bewähren", sagte er der "Welt am Sonntag". Nach dem Wegfall der Bundestagsfraktion werde die Partei, "wenn sie überhaupt wahrgenommen wird, nur über den Berliner Senat wahrgenommen".

Quelle: RPO Archiv

 
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