Kandidatur gibt es noch nicht: PDS sucht neue Führung nach Rückzug von Gabi Zimmer
zuletzt aktualisiert: 08.05.2003 - 06:36Berlin (rpo). In der PDS sucht man eine neue Führungsspitze, nachdem sich Parteichefin Gabi Zimmer zurückziehen will. Kandidaten gibt es noch nicht.
Bisher seien nur Namen in der Öffentlichkeit genannt worden, eine Kandidatur gebe es bisher noch nicht, hatte Zimmer gesagt, als sie am Mittwoch ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur beim bevorstehenden Sonderparteitag erklärt hatte.
Nach dem Verzicht Zimmers war sofort eine parteiinterne Debatte entbrannt. Ihr Stellvertreter Peter Porsch sprach sich gegen den früheren PDS-Vorsitzenden Lothar Bisky aus. Dieser hatte sich bereit erklärt, erneut für die Parteispitze zu kandidieren, wenn sich die PDS klar zu einer sozialistischen Reformpolitik bekenne. Die PDS brauche neue, unverbrauchte Gesichter, sagte Porsch der dpa. "Das Karussell zu drehen zwischen denen, die schon 13 Jahre in der PDS rummurksen, das bringt ja auch nichts mehr."
Auch der frühere PDS-Spitzenpolitiker Gregor Gysi nannte eine Rückkehr Biskys als Parteichef nicht optimal. "Das wäre zwei Schritte zurück und einer nach vorn. Das wäre auch das Eingeständnis von Schwäche, dass die Übergabe an die nächste Generation nicht gelungen ist." Porsch plädierte wie der Berliner Landeschef Stefan Liebich und Gysi dafür, die neue Parteiführung aus dem Kreis der 35- bis 45- jährigen PDS-Landespolitiker zu wählen.
Namentlich nannte Porsch die sächsische Abgeordnete Ingrid Mattern. Nach Angaben des thüringischen PDS-Chefs Dieter Hausold werden die Ost-Parteivorsitzenden und Zimmer die nächsten Tage intensiv für Gespräche mit möglichen Kandidaten nutzen.
Zimmer will dem Bundesvorstand der Partei am Freitag vorschlagen, einen Sonderparteitag für den 28. und 29. Juni einzuberufen. Dort soll der Vorstand neu gewählt werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

