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Berlin
Politischer Extremismus immer gewaltbereiter

Berlin. Anhänger der rechts- und linksextremen Szene fielen im vergangenen Jahr mit deutlich mehr Gewalttaten auf. Das ist eines der Ergebnisse des neuen Verfassungsschutzberichts, den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen gestern in Berlin vorstellten. Demnach verzeichneten die Behörden im vergangenen Jahr 1408 rechtsextremistische Gewalttaten, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent (2014: 990). Im linken Spektrum gab es 1608 Gewalttaten, 2014 waren es noch 995 - ein Plus von 62 Prozent.

De Maizière warnte diesbezüglich vor einem Wachstum der Gruppierungen. Mittlerweile müssten in Deutschland etwa 22.600 Menschen als rechtsextrem gelten, fast 12.000 davon als gewaltorientiert, heißt es. Von den rund 26.700 Linksextremen trifft das auf etwa 7700 Personen zu.

Keinerlei Entspannung sehen de Maizière und Maaßen auch bei islamistischen Gruppen. Die Zahl der Salafisten sei auf rund 8900 gewachsen, sagte der Innenminister. Für 2014 gibt der Bericht rund 7000 Anhänger der extrem konservativen Islamlehre an. Die Dynamik von Ausreisen deutscher Islamisten Richtung Syrien und Irak war zuletzt hingegen gebremst. Das bedeute jedoch keine Entwarnung, sagte de Maizière. Die Sicherheitslage bleibe ernst: Es sei davon auszugehen, dass die Terrormiliz IS weitere Anschläge in Europa plane, und damit auch in Deutschland.

(jd)
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