Auf dem Weg zur Schule: Polizei in Belfast muss Erstklässler schützen
zuletzt aktualisiert: 03.09.2001 - 13:50Belfast/London (rpo). Der Hass der verfeindeten Gruppen im Norden Irlands scheint keine Grenzen zu kennen. Wütende Protestanten haben am Montag in der nordirischen Hauptstadt Belfast versucht, katholischen Kindern an ihrem ersten Schultag den Weg zur Schule zu versperren.
Die Polizei musste eingreifen, um den vier bis sieben Jahre alten Kindern einen Weg durch die Menge zu bahnen. Zum Teil gingen die Polizisten mit Schlagstöcken gegen die Protestanten vor.
Billy Hutchinson, der protestantische Vertreter für Nord-Belfast im nordirischen Regionalparlament, warf der Polizei vor, übertrieben hart durchgegriffen zu haben. Doch der stellvertretende Polizeichef von Belfast, Alan McQuillan, kritisierte die Protestanten scharf. Es sei ihm schleierhaft, wie man den Konflikt auf Kosten von Erstklässlern austragen könne: "Unsere Priorität heute Morgen muss sein, dass die Kinder ohne Trauma zur Schule kommen können." Isabelle McGann sagte, ihre Tochter werde den ersten Schultag ihr Leben lang in furchtbarer Erinnerung behalten. "Ich habe genug davon, mein Kind weinen zu sehen", sagte sie.
Am Vorabend war die Polizei in Belfast bereits mit Brandflaschen und Steinen angegriffen worden. An den Straßenkrawallen waren etwa 150 Jugendliche beteiligt.
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