Großaufgebote halten Rechte und Gegendemonstranten auf: Polizei verhindert Zusammenstöße von Demonstranten
zuletzt aktualisiert: 28.07.2001 - 18:14Gotha/Rostock (rpo). Starke Polizeiaufgebote haben am Samstag in Gotha in Thüringen und in Rostock Zusammenstöße zwischen Rechtsradikalen und Gegendemonstranten verhindert. In Gotha vereitelte die in Großbesetzung angetretene Polizei nach eigenen Angaben Versuche von Gegendemonstranten, eine Kundgebung von Rechtsgerichteten zu stören, die von einem "Bündnis gegen Sozialabbau" angemeldet worden war. In Rostock sorgten über 1.000 Beamte dafür, dass ein NPD-Aufmarsch und eine Gegendemonstration friedlich verliefen.
Die NPD-Kundgebung und die Gegendemonstration eines überparteilichen Bündnisses "Bunt statt Braun" waren genehmigt. Es habe lediglich zwei vorübergehende Ingewahrsamnahmen gegeben, teilte die Rostocker Polizei mit. Sie erklärte, die Voraussetzung für den friedlichen Verlauf sei mit der räumlichen Trennung beider Veranstaltungen geschaffen worden.
An der NPD-Demonstration waren laut Polizei etwa 100 Menschen beteiligt, die Organisatoren der Gegenveranstaltung bezifferten die Zahl ihrer Teilnehmer auf 1.000. Mit "Roten Karten", afrikanischer Trommelmusik und auf Spruchbändern wollten sie deutlich machen, dass für Rechtsextremisten in Rostock kein Platz sei. Zudem wurde ein Verbot der NPD gefordert.
In Gotha zählte man etwa 500 linke Gegendemonstranten und etwa 200 Teilnehmer der Rechtskundgebung. Landrat Siegfried Liebezeit (SPD) hatte den Rechten unter anderem das Tragen von Bomberjacken, Springerstiefeln und anderer uniformähnlicher Bekleidung untersagt. Die Polizei verhinderte Versuche kleinerer Gruppen von Gegendemonstranten, die Kundgebung zu stören, sprach Platzverweise aus und nahm Unruhestifter vorübergehend in Gewahrsam. Drei Personen wurden wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen festgenommen.
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