kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Schmidt--Pläne durch Unions-Länder abgelehnt: Positivliste für Medikamente scheitert im Bundesrat

zuletzt aktualisiert: 23.05.2003 - 14:54

Berlin (rpo). Mit Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) an der Spitze hat der Bundesrat am Freitag die geplante Positivliste für Medikamente zu Fall gebracht.

Die Mehrheit der Länder lehnt die Einführung einer Positivliste der erstattungsfähigen Arzneimittel ab. Das zeigte sich bei der ersten Beratung dieses Teils der Gesundheitsreform am Freitag im Bundesrat. Die Länderkammer muss dem Gesetz, das zum 1. Juli in Kraft treten soll, aber nicht zustimmen.

In der Positivliste sollen alle Wirkstoffe und Kombinationen aufgeführt werden, die künftig in der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden dürfen. Dem Gesetz zufolge übernehmen die Krankenkassen nur noch für Medikamente, die auf der Positivliste stehen, die Kosten. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte, nach Schätzungen aus Fachkreisen könnten durch die Positivliste jährlich rund 800 Millionen Euro gespart werden.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kritisierte, die Positivliste senke die Kosten nicht und gefährde Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie. Künftig entscheide nicht mehr der Arzt, sondern eine staatliche Kommission aus neun ehrenamtlichen Experten, welches Medikament dem Patienten verabreicht werde. Dass die Bundesregierung die Liste nicht als Verordnung, sondern als Gesetz vorlege, um die Zustimmung des Bundesrats zu umgehen, sei eine "verfassungsrechtlich höchst ulkige", vielleicht sogar problematische Vorgehensweise.

Die parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk (SPD), erklärte, angesichts von 40.000 Produkten begrüße auch die Bundesärztekammer die Positivliste als "wichtige Orientierung" für die Ärzte. Es wäre falsch, jetzt vor Lobby-Interessen einzuknicken und die Liste zurückzuziehen. Bereits heute gibt es eine Negativliste der Arzneimittel, die von der Erstattung ausgeschlossen sind.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie begrüßte die Ablehnung der Positivliste im Bundesrat. "Damit hat die Länderkammer ein deutliches Signal gegen ein unsinniges Gesetz abgegeben, das wirklich niemandem irgendeinen Vorteil bringt", erklärte Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkampf. Derzeit seien 9.450 Arzneimittel in Deutschland gelistet. "Es gibt also ohnehin nur halb so viele Präparate, wie durch die Einführung der Positivliste auf dem Markt bleiben sollen."


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Die Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks in Datteln gehört zu den wichtigsten Streitpunkten in den Koalitionsverhandlungen von SPD und G ... mehr 

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Der Bundespräsident hinterlässt bei seinem ersten Staatsbesuch in Israel seine eigene Handschrift. Der Empfang durch Präsident Schimon Peres ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Politik ist langweilig? Vergessen Sie's!

reichstag berlin kuppel DDP 2005-0801

Politik ist Drama, Komödie und gelegentlich großes Kino. Aus Berlin schauen unsere Korrespondenten auf das Geschehen.

Top-Services