Neonazis verzichten auf Marsch durch die Stadt: Potsdamer protestieren gegen NPD-Veranstaltung
zuletzt aktualisiert: 14.09.2002 - 16:13Potsdam (rpo). Begleitet von Protesten der Bevölkerung haben in Potsdam etwa 75 Neonazis am Samstag unter dem Motto "Schluss mit der Masseneinwanderung russischer Juden - Deutschland uns Deutschen" demonstriert. Zur Gegendemonstration kamen etwa 1000 Potsdamer zusammen, die auch gegen das Gerichtsurteil protestierten, welches die Neonazi-Veranstaltung ermöglicht hatte.
Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Freiburg und Potsdam gegen Aufmärsche der rechtsextremistischen NPD demonstriert. In Freiburg versammelten sich nach Polizeiangaben mehr als 10 000 Teilnehmer, in Potsdam mehr als 1000. Zu den NPD- Demonstrationen kamen rund 110 beziehungsweise gut 70 Rechtsextremisten.
Die Freiburger Polizei verhinderte ein Zusammentreffen der beiden Gruppen. Zwischen der Polizisten und Gegendemonstranten kam es vereinzelt zu Rangeleien. Vorsorglich wurde ein Park in der Innenstadt geräumt. Gegen 68 Gegendemonstranten wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Vereinzelt wurden aus der Menge der Gegendemonstranten Leuchtspur-Raketen auf die NPD-Gruppe gefeuert.
In Potsdam richtete sich die Gegendemonstration auch gegen die NPD-Losung "Schluss mit der Masseneinwanderung russischer Juden, Deutschland uns Deutschen". Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte dazu, menschenverachtender könne ein Motto nicht sein. Die Polizei hatte den NPD-Aufmarsch kurzfristig aus der Innenstadt an den Stadtrand verbannt. Nach einer Kundgebung ging die Versammlung ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen.
Beide Städte hatten in den vergangenen Wochen vergeblich versucht, die Aufmärsche juristisch zu verhindern.
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