US-Außenminister führt im Libanon und in Syrien: Powell verlangt Ende der Gewalt an der Grenze zu Israel
zuletzt aktualisiert: 15.04.2002 - 13:28Beirut (rpo). Nach seinem Kurzbesuch im Libanon ist US-Außenminister Colin Powell zu weiteren Gesprächen in Syrien eingetroffen. In Damaskus fuhrt er sofort zu einem Treffen mit Präsident Baschar Assad.
Auch hier stehen der Nahostkonflikt und die Angriffe der schiitischen Hisbollah-Miliz von Libanon auf Israel im Mittelpunkt. Syrien hat 25.000 Soldaten in Libanon stationiert und gilt dort als die eigentlich bestimmende Macht.
Nach seinen Verhandlungen im Krisengebiet hatte Powell in Beirut ein sofortiges Ende der Gewalt an der Grenze zwischen Israel and Libanon verlangt. "Es ist wesentlich, dass alle jene, die dem Frieden verpflichtet sind, unverzüglich handeln, um die Gewalt an der Grenze zu beenden", sagte Powell nach einem Treffen mit libanesischen Staatschef Emile Lahoud.
Bei seinen Gesprächen mit der libanesischen Führung ging es vor allem um die gefährlichen Spannungen an der libanesisch-israelischen Grenze, wo die proiranischen Schiitenmiliz Hisbollah seit fast zwei Wochen israelische Stellungen mit Raketen beschießt und Israel mit Luft- und Artillerieangriffen reagiert.
Powell machte klar, dass neben einem Ende der Gewalt im Nahen Osten entschlossene Schritte zur Wiederaufnahme der Verhandlungen nötig seien. Powell reist nach seinem Kurzbesuch in Libanon in die syrische Hauptstadt Damaskus weiter. Der libanesische Regierungschef Rafik Hariri hatte in einem Interview mit der "Washington Post" zuvor betont, Libanon wolle keine weitere Verschärfung der Lage.
Rund 700 Hisbollah- Anhänger und in Libanon lebende Palästinenser demonstrierten bei der Ankunft Powells an der Straße zum Flughafen gegen den US-Außenminister und die amerikanische Nahostpolitik. "Sie sind nicht willkommen. Gehen sie in Frieden wieder zurück oder Sie werden in Stücke zerrissen gehen" ("Leave in peace or you will leave in pieces"), hieß es auf Transparenten.
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