Test für die noch junge Demokratie: Präsidentenwahl in Nigeria
zuletzt aktualisiert: 21.04.2003 - 10:33Abuja (rpo). Eine Woche nach der Parlamentswahl wird in Nigeria nun der neue Präsident gewählt. Gegen den Amtsinhaber Olusegun Obasanjo traten 19 Mitbewerber an. Gewählt werden außerdem die Gouverneure von 36 Staaten.
Der ehemalige Militärherrscher Obasanjo wurde vor vier Jahren als ziviler Präsident gewählt. Viele seiner Konkurrenten habe ebenfalls eine militärische Vergangenheit. Die Wahl galt deshalb auch als wichtiger Test für die noch junge Demokratie in Nigeria. Noch nie gab es einen friedlichen Wechsel von einer zivilen Regierung zu einer anderen.
Um einen friedlichen Verlauf der Wahl sicherzustellen, waren an vielen Wahllokalen Soldaten postiert. Die Wahllokale waren von 08.00 Uhr bis 15.00 Uhr (09.00 Uhr bis 16.00 Uhr MESZ) geöffnet. Erste Ergebnisse wurden am Sonntag erwartet.
Obasanjos Wahl im Jahr 1999 setzte einer 15 Jahre währenden Militärdiktatur ein Ende. Seit seinem Amtsantritt kamen jedoch mehr als 10.000 Menschen bei politisch, ethnisch und religiös motivierten Unruhen ums Leben. In Nigeria gibt es 250 verschiedene Sprachen, mit 126 Millionen Einwohnern ist es das bevölkerungsreichste Land Afrikas.
Bei der Parlamentswahl am vergangenen Samstag behauptete die Demokratische Volkspartei (PDP) Obasanjos ihre starke Position. Die Opposition erkennt das Wahlergebnis jedoch nicht an und sprach von Manipulationen. Auch unabhängige Beobachter äußerten Zweifel an einzelnen Ergebnissen.
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