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Streit mit Deutschland
Türkischer Außenminister bestellt Gesandten ein

Pro-Erdogan-Demonstration in Köln
Pro-Erdogan-Demonstration in Köln FOTO: Young David
Ankara. Das Treffen im türkischen Außenministerium hat stattgefunden. Ob es Ergebnisse gab, wurde nicht bekannt.

Im Streit um die Pro-Erdogan-Demonstration in Köln hat das türkische Außenministerium den Gesandten der deutschen Botschaft in Ankara einbestellt. Der Termin fand am Montag statt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Einzelheiten des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt. Hintergrund der Einbestellung war, dass Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sich am Sonntag nicht per Videoleinwand an die Demonstranten in Köln wenden durfte. Die türkische Regierung kritisierte die Entscheidung als "unannehmbar" und als Verstoß gegen die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. 

Botschafter Martin Erdmann ist im Urlaub außer Landes, daher nahm der Gesandte Robert Dölger – sein Stellvertreter – den Termin wahr. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, spielte die Einbestellung am Montag herunter. Die Bitte zum Gespräch sei zwischen Staaten eine "tagtäglich vorkommende Normalität", sagte er in Berlin. "Das ist zunächst einmal nichts Außergewöhnliches. Es ist gute Gepflogenheit, einer solchen Einladung Folge zu leisten."

"Jetzt haben wir eher eine Phase, in der es ein bisschen rumpelt", sagte Schäfer zu den Verstimmungen im deutsch-türkischen Verhältnis. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien aber "so eng und so tief", dass er zuversichtlich sei, dass die aktuellen Probleme überwunden werden könnten.

Tatsächlich wird der deutsche Botschafter in der Türkei wegen der zahlreichen Streitpunkte zwischen Berlin und Ankara in bemerkenswerter Häufigkeit einbestellt. Zuletzt geschah das am 2. Juni, als der Bundestag die Völkermord-Resolution zu den Armeniern verabschiedete. Auch damals nahm Dölger den Termin wahr.

(heif/dpa/AFP)
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