Neue Welle der Gewalt in Nordirland: Protestant in Belfast erschossen
zuletzt aktualisiert: 24.08.2000 - 09:32Belfast (AP). Die jüngste Welle der Gewalt zwischen rivalisierenden protestantischen Gruppen in Nordirland hat offenbar ein weiteres Todesopfer gefordert. Wie die Polizei mitteilte, wurde in Belfast am späten Mittwochabend ein Protestant erschossen. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Attentat. Der Verdacht fiel jedoch auf die Ulster Defense Association (UDA), die nach einer Schießerei am Montag Vergeltung für den Tod eines ihrer Mitglieder angekündigt hatte. Die Täter der Schießerei, bei der ein weiterer Mensch getötet wurde, werden in den Reihen der rivalisierenden Ulster Volonteer Force (UVF) vermutet.
Aus Sorge vor einem Vergeltungsschlag der UDA waren im Belfaster Bezirk Shankill Road Polizisten und Soldaten stationiert worden. Das Attentat ereignete sich in unmittelbar Nähe des Schauplatzes der Schießerei vom Montag nahe der Crumlin Road. Über mögliche Festnahmen lagen zunächst keine Informationen vor.
Die UDA und die UVF hatten 1994 gemeinsam einen Waffenstillstand beschlossen und Anschläge auf die katholische Minderheit in Nordirland eingestellt. Seitdem kam es jedoch zunehmend zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen über die Kontrolle krimineller Banden in Teilen Belfasts.
In Zusammenhang mit der Bluttat vom Montag war am Dienstagabend der protestantische Milizenführer Johnny Adair festgenommen worden. Adair, genannt "Mad Dog", soll nach Informationen der Polizei eine maßgebliche Rolle bei der Provokation von Zusammenstößen zwischen verfeindeten protestantischen Milizen in den vergangenen Monaten gespielt haben.
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