Dritter Jahrestag der Rückgabe an China: Proteste in Hongkong
zuletzt aktualisiert: 02.07.2000 - 13:44Hongkong (dpa). Von Protesten begleitet hat die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong den dritten Jahrestag der Rückgabe an China begangen. Rund 3 000 Demonstranten zogen am Samstag vor das Gebäude der Stadtregierung. Auf Plakaten und in Sprechchören verlangten sie den Rücktritt von Regierungschef Tung Chee Hwa.
Sie machten den von Peking eingesetzten Ministerpräsidenten und seine Verwaltung für die hohe Arbeitslosigkeit, für Vetternwirtschaft und eine Vielzahl von Immobilienskandalen verantwortlich. Die Studentenvereinigung Hongkongs hatte den Protestmarsch organisiert. Die Interessenvertretungen von Arbeitern, Lehrern und alten Menschen äußerten zudem mit kleineren Demonstrationszügen ihre Unzufriedenheit mit der Regierung.
Tung hatte sich am Morgen mit rund 600 offiziellen Vertreter Hongkongs und der Volksrepublik China zu einer einfachen Zeremonie versammelt, bei der vor dem Messezentrum die Fahnen der Volksrepublik und Hongkongs gehisst wurden. Die Veranstaltung wurde vorübergehend von lautstarken Zwischenrufen einer Gruppe Demonstranten gestört, die schließlich von der Polizei abgedrängt wurde.
Nach einer Umfrage vom Freitag wollen 52 Prozent der Befragten nicht, dass Tung im Jahr 2002 für eine zweite Amtszeit kandidiert. Nur zehn Prozent meinen, er leiste bessere Arbeit als der letzte britische Gouverneur Chris Patten.
Am 1. Juli 1997 war Hongkong als Sonderverwaltungsregion feierlich an die Volksrepublik China zurückgegeben worden. Der Stadtstaat war von 1843 bis 1997 britische Kolonie.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

