"Männer wollen die liebe Frau": Psychoanalytiker sieht Merkel benachteiligt
zuletzt aktualisiert: 08.01.2002 - 13:18Berlin (rpo). "Männer wollen die liebe Frau und keine, die mit den Männern um die Macht konkurriert", daher sei Angela Merkel im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union benachteiligt. Das ekrlärte der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem TV-Kabelsender XXP.
In der CDU traue man der Parteivorsitzenden nicht die Kraft zu, gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder zu gewinnen.
Nach der Spendenaffäre habe sich Merkel in der CDU zwar großen Respekt erworben, doch der daraus resultierende Bonus sei jetzt verbraucht. Richter sprach von zwei sehr unterschiedlichen Rollen Merkels: "Bei Moralkrisen wird Frauen eine Erlösungsfunktion zugetraut", sagte Richter. Ebenso sei der Aufstieg der Grünen-Politikerin Renate Künast zur Landwirtschaftsministerin nach der BSE-Krise zu erklären. Aber bei Machtfragen hätten Männer Angst vor Frauen, die ein Verhältnis zur Macht haben.
Richter, der Direktor des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts ist, sagte, einen ruhige und wissenschaftlich gebildete Bundeskanzlerin würde den Deutschen gut tun. CSU-Chef Edmund Stoiber sei aber als Politiker Angela Merkel taktisch überlegen.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

