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Genf/Moskau
Putin zieht russische Soldaten aus Syrien ab

Genf/Moskau. Präsident Wladimir Putin hat gestern den Rückzug russischer Soldaten aus Syrien angekündigt. Dies solle den politischen Gesprächen über die Zukunft des Bürgerkriegslandes Schub geben, erklärte Putin kurz nach Beginn der neuen Syrien-Konferenz in Genf. Allerdings blieb zunächst offen, wie viele russische Militärs ab heute Syrien verlassen. Die Luftwaffenbasis in Hemeimim und den Marinestützpunkt in Tartus will Russland weiter nutzen, wie Putin klarstellte. Moskau ist einer der engsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al Assad und hatte diesen seit Herbst massiv mit Luftangriffen unterstützt.

Putin sagte, der Rückzug sei mit Assad abgestimmt. Seit gut zwei Wochen gilt in Syrien eine begrenzte Waffenruhe, die nach Einschätzung der Vereinten Nationen auch weitgehend eingehalten wird. In Genf wird gestern wieder über eine politische Lösung für das Bürgerkriegsland verhandelt, wo seit 2011 rund 250.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Fast die Hälfte der 23 Millionen Einwohner vor dem Krieg wurde vertrieben. Mehr als 4,8 Millionen Menschen flohen ins Ausland.

Vertreter Assads und der gegen ihn kämpfenden Rebellen sprechen allerdings nicht direkt miteinander, sondern indirekt über den UN-Sondergesandten Staffan de Mistura. Die Konfliktparteien sind tief zerstritten darüber, welche Rolle Assad künftig spielen soll.

(ap)
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