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Total Digital
Radfahren wird mit Apps erst richtig schön

Strava, MapMyRide und Co. sind nützliche Helfer für Touren und dienen auch der Verkehrswegeplanung - das Ganze funktioniert übrigens auch für Jogger oder Wanderer. Von Ulrike Langer

Regelmäßige Leser meiner Kolumne wissen, dass ich mir neulich ein ultraleichtes Rennrad gekauft habe. Damit traue ich mich nun auch an lange Bergtouren heran. 60 und 70 Meilen waren es bisher, und für das übernächste Wochenende steht mein erster "Century" mit 100 Meilen (160 Kilometer) auf dem Plan. Natürlich nicht ohne Bergtraining und nicht ohne meine Apps. Dass ich lange oder steile Anstiege inzwischen von Woche zu Woche besser bewältige, sagen mir "Ride with GPS", "MapMyRide" und "Strava".

Radfahr-Apps schätze ich mittlerweile, sowohl wenn ich alleine fahre als auch bei organisierten Touren. Um sie zu nutzen, muss ich mein Smartphone nicht am Lenkrad befestigen und brauche auch keinen gesonderten Fahrrad-Computer. Das Handy in der Rückentasche des Trikots mit der Lautstärke auf maximal reicht aus, um keine Abzweigung zu verpassen. Die Apps geben ähnlich wie Navis für das Auto rechtzeitig akustische Kommandos zum Abbiegen und sie warnen mich, wenn ich von der Strecke abgekommen bin. Strava hat darüber hinaus noch ein paar nette Funktionen wie eine Bestenliste, um sich mit Freunden zu vergleichen. Auch der "Quälfaktor" einer Strecke wird mir ausgerechnet - mittels Streckenlänge, Steigungsgrade und zurückgelegte Höhenmeter. Das Ganze funktioniert übrigens auch für Jogger oder Wanderer.

Dass Mobilitäts-Apps mehr als eine Spielerei für Nerds sind, beweist der Umstand, dass einige Kommunen, darunter London und Glasgow, damit begonnen haben, die Daten, die Radfahrer und Fußgänger bei Strava hinterlassen, anonymisiert auszuwerten. Auch ohne Verkehrszählungen zeigt sich auf diese Weise, wo und wann besonders viele Jogger oder Radfahrer unterwegs sind und ob eine zusätzliche Ampel oder eine Streckensanierung sinnvoll wäre. Schaut man sich beispielsweise das Strava-Datenmuster der Radfahrer in London an, sieht der Stadtplan ungewohnt aus. Der markante Autobahnring um London fehlt logischerweise. Dafür scheinen die Wege entlang der Themse sehr beliebt zu sein. Ich finde solche visualisierten Mobilitätsanalysen spannend und stelle meine Daten gerne dafür zur Verfügung. Doch trotz digitalem Mehrwert meiner Radfahrapps war ich bei meiner letzten großen Radtour am Samstag froh, dass die Veranstalter auch analoge Streckenmarkierungen auf den Asphalt gepinselt hatten. Aus einem banalen Grund: Mein Akku war leer.

Quelle: RP
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