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Rand Paul . . . will Präsident der USA werden

Das sind die wichtigsten Politiker im US-Kongress
Das sind die wichtigsten Politiker im US-Kongress FOTO: dpa, cdt
Ein richtiger Republikaner will Rand Paul, US-Senator aus Kentucky und seit gestern einer der beiden bisherigen Präsidentschaftsanwärter der amerikanischen Konservativen, eigentlich nicht sein. Von Michael Bröcker

Mit der NSA, jenem Inlandsgeheimdienst, der bei den Republikanern patriotischen Kultstatus genießt, im jungen und liberalen Amerika aber als gefährliche Datenkrake verachtet wird, hat sich der 52-Jährige in der Vergangenheit mehrfach angelegt. "Ich bin nicht gegen die NSA. Ich bin aber dafür, dass sie sich an die Verfassung der Vereinigten Staaten hält", sagt er gerne. Seither ist Paul bei den Sicherheitschefs nicht mehr gern gesehen. Die junge, digitale Generation schätzt ihn dafür sehr. Die umschmeichelt der Augenarzt auch mit seinen liberalen Positionen zur Netzneutralität und zur Deregulierung der Start-up-Szene. Im Silicon Valley sieht man Rand Paul häufiger als an seinem Geburtsort Pittsburgh.

Ansonsten ist der verheiratete Vater von drei Söhnen ein politisches Chamäleon. Mal gibt sich Paul libertär, zum Beispiel, wenn er eine Entmachtung von Washington und der zentralistischen (Steuer-)Bürokratie fordert. Mal gibt er den Rechtsaußen-Republikaner, etwa bei der Ablehnung der Homo-Ehe ("weil das für mich beleidigend ist"). Von seinem Vater hat Paul das politische Talent, aber nicht dessen inhaltliche Stringenz. Ron Paul kämpfte 2008 und 2012 zwar erfolglos um das Amt des republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbers, war aber für seine strikten Positionen bekannt. So machte Paul senior 2007 die US-Außenpolitik mitverantwortlich für die Terroranschläge vom 11. September - ein Tabubruch.

Der Sohn gibt lieber den charmanten, jugendlich wirkenden Konsens-Kandidaten in Jeans und Turnschuhen, der in Diskussionsrunden über die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie philosophiert und zur Todesstrafe immerhin "gemischte Gefühle" hat. Aus der Außenpolitik hält sich Rand Paul bislang raus. Das ist wohl auch besser so.

Quelle: RP
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