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Princeton
Rassismus? Princeton streitet über US-Präsident Wilson

Princeton. Christopher Eisgruber hat einen Arbeitskreis gegründet. Bis zum Frühjahr, lässt der Rektor der Princeton University wissen, soll alles unter die Lupe genommen werden, was Woodrow Wilson betrifft. Historiker, Studenten und Absolventen der US-Elite-Uni werden zu Wort kommen. Zuvor hatten Studenten 32 Stunden lang Eisgrubers Büro besetzt, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen: Die "Woodrow Wilson School of Public and International Affairs" soll umbenannt werden, denn der 28. US-Präsident (1913-1921) sei ein unverbesserlicher Rassist gewesen. Außerdem soll ein Wilson-Gemälde aus der Mensa verschwinden. Die Initiatorin der Aktion, die "Black Justice League", versteht sich als Teil der Bürgerrechtsbewegung, die sich im August 2014 in Ferguson zu formieren begann, wo die Schüsse eines Polizisten auf den schwarzen Teenager Michael Brown wochenlange Demonstrationen auslösten.

Wilson, ein Demokrat, war von 1902 bis 1910 Rektor in Princeton. Er trat für die Gründung des Völkerbunds ein und erhielt den Friedensnobelpreis. Nur war er eben auch ein Südstaatler, der den Ku-Klux-Klan bewunderte und Vorurteile gegen Schwarze teilte. Während seiner Amtszeit wurde kein Afroamerikaner an der Universität zugelassen.

Der Streit, der sich an ihm entzündet hat, scheint sich zu einer landesweiten Kontroverse zu entwickeln. Wie man es halten soll mit schwierigem Erbe, ob man historische Persönlichkeiten mit der Messlatte von 2015 messen kann, sind seine Kernfragen. Viele Große hätten ihre dunklen Seiten gehabt, sagt Anne-Marie Slaughter, einst Dekanin der Wilson School. So nützlich die Diskussion sei, so unsinnig wäre es, Wilsons Namen zu tilgen.

(FH)
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