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Washington
Rassistischer Todesschütze versteigert Tatwaffe im Internet

Washington. George Zimmerman war auf schnelles Geld aus, eine Auktion mit zutiefst makabrem Anstrich sollte helfen. Die Rede ist von jenem Nachbarschaftswächter, der an einem verregneten Februarabend des Jahres 2012 in einem Wohngebiet in Sanford in Florida den 17-jährigen Trayvon Martin erschoss, einen unbewaffneten Schwarzen, der ihm wegen seiner Hautfarbe und des Kapuzenpullis, den er trug, verdächtig erschien. Die Pistole, eine Kel-Tec PF-9, mit der er den Teenager tötete, sollte im Internet versteigert werden, wobei sich Zimmerman zunächst verrechnet zu haben schien. Am Donnerstag nahmen zwei Online-Börsen die Waffe von ihren Webseiten, gestern erschien sie wieder auf einer der beiden. Das höchste Gebot soll angeblich bei 485.000 Dollar (428.000 Euro) gelegen haben, nur konnte zunächst niemand sagen, ob es sich nur um einen Scherz handelte. Von Frank Herrmann

Es sei die Gelegenheit, ein Stück Geschichte zu erwerben, warb Zimmerman für seine Pistole. "Dies ist ein Stück amerikanischer Geschichte. Es ist in Lehrbüchern von Universitäten beschrieben worden." Selbst die Smithsonian Institution, eine Museumsstiftung in Washington, habe Interesse an einem Kauf erkennen lassen, behauptete er. Worauf die Stiftung antwortete, man beabsichtige nicht, besagte Waffe der eigenen Sammlung hinzuzufügen oder sie auszustellen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Zimmerman Kapital zu schlagen versucht aus der Causa Martin. Nach seiner Verhaftung, sechs Wochen nach dem Tod des Teenagers, rief er Sympathisanten zu Spenden auf, was ihm in kürzester Zeit rund 200.000 Dollar einbrachte. Freigesprochen, weil ihn eine Geschworenen-Jury in Notwehr handeln sah, schafften es Zimmerman und seine damalige Frau Shellie, binnen drei Wochen fast ein Fünftel der Summe für private Zwecke auszugeben. Später begann er zu malen, unter anderem Südstaatenflaggen, für viele Amerikaner Symbole rassistischen Überlegenheitsdünkels - einmal, um den Besitzer eines Waffengeschäfts in einem Rechtsstreit zu unterstützen. Der Mann hatte seinen Laden zu einer "muslimfreien Zone" erklärt. Ans Ende seiner Auktionswerbung setzte Zimmerman einen lateinischen Spruch: "Si vis pacem, para bellum" - "Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor".

Quelle: RP
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