Börse kann das Rekordniveau nicht halten: Reaktion auf Wall Street
zuletzt aktualisiert: 11.02.2000Frankfurt/Main (dpa). Nach einer neuerlichen Rekordfahrt bis zum Nachmittag hat die Börse am Freitag leicht unter dem Vortagesniveau geschlossen. Der DAX erreichte in Frankfurt mit 7 812,09 Punkten am Mittag unter Führung der Commerzbank-Aktie ein neues Verlaufshoch. Der Standardwerteindex schloss die Woche aber um 1,3 Prozent oder 97,72 Punkte im Minus bei 7 611,55 Zählern ab. Mit der schwachen Eröffnung des Handels an der Wall Street begann an der Frankfurter Börse eine dramatische Berg- und Talfahrt, die den DAX in der letzten Handelsstunde um nahezu 100 Punkte schwanken ließ.
Der Neue Markt konnte seinen Rekordkurs beibehalten. Der NEMAX-50 gewann (vorläufige) 1,9 Prozent oder 142,11 Zähler auf 7 628,85 Punkte. Nebenwerte-Index MDAX blieb mit einem Verlust von 1,2 Prozent oder 50,23 Punkten auf 4 209,00 Zähler klar unter dem Vortageswert.
Gemeinsam mit der bereits am Vortag sehr festen Commerzbank bildete die Dresdner Bank das Spitzenduo im DAX. Die Commerzbank Aktie verteuerte sich um 4,1 Prozent oder 1,45 Euro auf 36,80 Euro. Am Markt hielten sich hartnäckig Gerüchte, dass die niederländische Bank ABN Amro das Frankfurter Bankhaus übernehmen wolle. Die Dresdner Bank ging mit 4,4 Prozent oder 2,21 Euro fester bei 52,50 aus dem Handel.
Ihren letzten Tag im DAX und damit auf dem deutschen Aktienmarkt haben Mannesmann im Minus beendet. Der Wert tendierte zeitweise sehr fest im DAX, schloss den Handel aber bei 315 Euro und damit um sieben Euro oder 2,17 Prozent leichter ab.
Der Versorger RWE fand sich bei den Verlierern. Der Wert fiel um 3,36 Prozent oder 1,06 Euro auf 30,49 Euro. Als Grund für das schlechte Abschneiden nannte Analystin Karin Brinkmann von der HypoVereinsbank das schleppende Tempo der Atom- Ausstiegsverhandlungen. "Bei den Versorgern ist es doch eine Hängepartie. Bis Ende Februar wollen sich die Stromkonzerne und die Bundesregierung wieder zusammensetzen", sagte die Expertin. Die Vorstellungen von Regierung und Wirtschaft klafften noch deutlich auseinander. Während Berlin auf 30 Kalenderjahre besteht, wollten die Strom-Unternehmen mindestens 30 Volllastjahre durchsetzen.
Zahlen für das erste Geschäftsquartal belasteten den Kurs der Porsche-Vorzugsaktie. Der Wert sank im Börsensegment MDAX um mehr als fünf Prozent oder 160 Euro auf 2 990 Euro. "Die Zahlen lagen in der Tat leicht unter den Erwartungen", sagte Autowerte-Analyst Georg Stürzer von der HypoVereinsbank in München. "Das liegt aber fast ausschließlich an den Vorleistungen für die dritte Modellreihe, das sportliche Geländefahrzeug." Im kommenden Quartal würden die Ergebnisse wieder besser ausfallen, prognostizierte Stürzer.
Der Kurs des Euro ist am Freitag weiter gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt legte den Referenzkurs auf 0,9801 (Vortag: 0,9868) US-Dollar fest. Für die US-Devise ergibt sich damit ein Kurs von 1,9955 (1,9820) DM.
Der Bund-Future sank bis zum Nachmittag um 0,1 Prozent oder neun Stellen auf 102,75 Punkte. Der REX tendierte am Rentenmarkt nahezu unverändert um 0,0167 im Minus bei 109,2704 Stellen. Die Umlaufrendite wurde am Nachmittag von der Bundesbank mit 5,44 (Vortag: 5,39) Prozent angegeben.
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