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93 rechtsextremistische Musikgruppen registriert: Rechte Musikszene ist unübersichtlich

zuletzt aktualisiert: 05.09.2000 - 16:32

Hamburg (dpa). Die rechte Musikszene ist unübersichtlich. Die Entstehung von Gruppen, der Vertrieb der Propaganda-Songs und Konzerte spielen sich in einer Grauzone ab, was die Strafverfolgung schwierig macht. Das Bundesinnenministerium registrierte im vergangenen Jahr 93 rechtsextremistische Skinhead-Musikgruppen und neun Liedermacher, doppelt so viele wie 1995. Mehrere hundert verschiedene Tonträger zählten die Behörden auf dem deutschen Markt.

Viele Gruppen sind dem rechtsextremistischen Bereich nicht eindeutig zuzuordnen. Die Grenze in diesem Bereich sind fließend. Gruppen wie die "Zillertaler Türkenjäger", "Zyklon B", "Landser" oder "Macht und Ehre" werden eindeutig dem rechtsextremen Lager zugeordnet. 1999 wurden laut Innenministerium rund 50 Titel von 35 Interpreten wegen strafrechtlich relevanter Inhalte beschlagnahmt oder eingezogen. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften setzte erneut 16 CDs auf den Index.

Dagegen ist die Zuordnung vieler Gruppen aus der "schwarzen" Szene schwierig - etwa den Bands aus den Bereichen Black Metal und Gothic Rock oder auch Heavy Metal-Bands, die mit ihren gewaltverherrlichenden Texten provozieren wollen. Nach einer Studie der Konrad Adenauer Stiftung versuchen die Rechtsextremen zunehmend vor allem die weitgehend unpolitische "schwarze Szene" nutzen, um ihr Gedankengut zu verbreiten und sich zu etablieren.

Konzerte mit rechtsextremistischen Gruppen werden angesichts drohender Verbote und erwarteter Gegenaktionen von Antifaschisten häufig meist nicht öffentlich angekündigt. Die Zuhörer tauschen sich nach Polizei-Erkenntnissen über Mund-zu-Mund-Propaganda oder das Internet über Termine und Veranstaltungsorte aus.

Für 1999 registrierte das Innenministerium mehr als 100 rechtsextremistische Skinhead-Konzerte, drei Mal so viele wie 1995. Der regionale Schwerpunkt lag mit 59 Konzerten in den ostdeutschen Ländern. Bei rund der Hälfte der Veranstaltungen kam es zu Rechtsverstößen. Die durchschnittliche Besucherzahl der Konzerte lag bei mehr als 200 Besuchern, doppelt so viel wie Vorjahr.

Quelle: RPO Archiv

 
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