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Teheran
Reformer im Iran erringen Wahlerfolge gegen Hardliner

Teheran. Der iranische Innenminister Abdul-Resa Rahmani-Fasli hat nach der Parlamentswahl den Sieg der Reformer in der Hauptstadt Teheran bestätigt. Diese hätten dort alle 30 Mandate gewonnen, sagte der Minister. Alle Kandidaten hätten auch die 25-Prozent-Hürde genommen und seien direkt gewählt.

Die Reformer haben sich nach Informationen ihres Spitzenkandidaten Mohammed-Resa Aref landesweit mindestens 83 von 290 Parlamentssitzen gesichert. Die Hardliner kämen demnach auf 78. 60 Sitze gingen an die Unabhängigen, fünf an die religiösen Minderheiten. Die übrigen 64 Sitze werden in einer Stichwahl entschieden. Auch da seien die Reformer mit 31 Kandidaten vertreten, teilte Aref beim Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Auch bei der Wahl zum Expertenrat waren die Reformer um Ex-Präsident Haschemi Rafsandschani und den amtierenden Staatschef Hassan Rohani klarer Sieger. In Teheran setzte sich die von den moderaten Klerikern angeführte Liste klar durch. Der Expertenrat ist eines der wichtigsten Gremien im Iran. Die 88 Kleriker entscheiden über die Ernennung und Abwahl des obersten Religionsführers, der in allen wichtigen Fragen das letzte Wort hat.

Nach seinem Wahlsieg in Teheran wird Rafsandschani mit großer Wahrscheinlichkeit die Leitung des Rats übernehmen. Nach Ansicht von Beobachtern werden er und Rohani den jahrzehntelangen Einfluss der Hardliner im Expertenrat, aber auch in der gesamten politischen Szene deutlich reduzieren.

(dpa)
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