Noch kein Ergebnis: Rege Beteiligung bei Wahl in Mazedonien
zuletzt aktualisiert: 15.09.2002 - 19:31Skopje (rpo). Die Parlamentswahl im Krisenstaat Mazedonien ist ohne schwere Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Die Wahllokale sind seit 19 Uhr geschlossen. Erstes Fazit: Es gab eine hohe Wahlbeteiligung.
In dem Vielvölkerstaat waren etwa 1,7 Millionen Stimmberechtigte nach von Gewalt überschatteten Vorbereitungen zu der Wahl aufgerufen, die als Test für die Stabilität des Landes galt.
Die regierende VMRO-DPMNO von Ministerpräsident Ljubco Georgievski hat zusammen mit der Liberalen Partei (LPM) das Wahlbündnis "Den Kopf hoch! Für dich, Mazedonien" geschlossen. Dagegen tritt die im Jahr 1998 von der Regierung abgewählte Sozialdemokratische Union (SDSM) der früheren Kommunisten unter Branko Crvenkovski mit acht kleineren Parteien an, die zusammen den Bund "Gemeinsam für Mazedonien" bilden. Mit Spannung wurde auch das Abschneiden der von dem früheren Rebellenführer Ali Ahmeti geführten Partei Demokratische Union für Integration (BDI) erwartet.
Berichte über einzelne Zwischenfälle
Es gab aber Berichte über eine Reihe von Zwischenfällen. So raubten Bewaffnete in der von Mazedoniern bewohnten westmazedonischen Ortschaft Lesok während der Stimmabgabe die Wahlurne, um ein Ende der Wahl zu erzwingen. Die Männer hätten auch mehrere Schüsse abgefeuert, sagte Polizeisprecher Voislav Zafirovski in Skopje. Ein Wahlvorstand wurde verletzt. Bei einer Schießerei im Norden des Landes sei ein Vertreter der von der albanischen Rebellenbewegung gegründeten BDI verletzt worden, hieß es aus dem Hauptquartier der BDI in Tetovo. Im westlichen Krisengebiet um Tetovo wurden Wahllokale von Polizisten in Kampfuniform mit Schnellfeuergewehren geschützt.
Albanische Rebellen und Regierungstruppen hatten sich im vergangenen Jahr bürgerkriegsähnliche Kämpfe geliefert, die nach der Einigung auf einen Friedensplan im August 2001 abflauten. Ex- Milizenchef Ahmeti will starker Mann der Albaner werden und schloss selbst eine Regierungsbeteiligung nicht aus. Er sagte bei der Stimmabgabe, die stärksten Parteien beider Volksgruppen sollten die Regierung bilden. Erste Trendergebnisse der Wahl werden erst in der Nacht zum Montag erwartet. Die Wahlkommission soll am Montagabend ein vorläufiges Endergebnis verkünden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

