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Blair um Schadensbegrenzung bemüht: Reid neuer Nordirlandminister

zuletzt aktualisiert: 25.01.2001 - 17:03

London (dpa). Nach dem spektakulären Rücktritt des Nordirland- Ministers Peter Mandelson am Mittwoch hat der britische Premierminister Tony Blair schnell einen Nachfolger bestimmt. Noch in der Nacht zum Donnerstag berief er den bisherigen Schottlandminister John Reid (53) in das Amt. Reid ist der erste Katholik auf diesem Posten.

Blair bemühte sich am Donnerstag um Schadensbegrenzung. "Gestern war gestern und heute ist heute", sagte der Regierungschef nach Angaben eines Sprechers zu Beginn einer Kabinettssitzung. Blair ließ klarmachen, dass Mandelson nicht wie ursprünglich geplant den Labour-Wahlkampf für die im März oder April geplanten Parlamentswahlen leiten werde. Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte, es sei "nicht akzeptabel, falls man sehen würde, dass Mandelson den Wahlkampf leitet".

Mandelson war zurückgetreten, nachdem ein hatte einräumen müssen, dass er sich in das Bemühen eines indischen Geschäftsmannes um einen britischen Pass eingeschaltet hatte. Zuvor hatte dieser eine Million Pfund für den unter Mandelsons Zuständigkeit entstehenden Millennium- Dom gespendet hatte. Sein entscheidender Fehler sei gewesen, dies öffentlich zunächst zu bestreiten, sagte Mandelson. Er war bereits Ende 1998 als Handelsminister zurückgetreten.

Katholische Republikaner skeptisch

Die Ernennung Reids zum neuen Nordirlandminister wurde am Donnerstag vor allem von den katholischen Republikanern mit Skepsis aufgenommen. Reid ist zwar der erste Katholik auf diesem Posten, hat jedoch als Staatssekretär im Verteidigungsministerium dafür gesorgt, dass zwei schottische Soldaten, die wegen der Tötung eines Teenagers in Belfast verurteilt worden waren, weiterhin Dienst in der Armee tun durften.

"Bedauerlicherweise hat Reid sich bisher geweigert, die Eltern des Opfers der Soldaten auch nur zu sehen. Aber wir hoffen, dass er seine Haltung ändern wird", sagte der Vorsitzende der republikanischen Sinn-Fein-Partei, Mitchel McLaughlin. Hingegen begrüßte John Taylor, stellvertretender Vorsitzender der probritischen Unionisten, Reids Ernennung: "Er ist ein sehr liebenswerter Mann und ein starker Politiker. Er wird hier gute Arbeit leisten."

Reids Nachfolge als Schottland-Ministerin tritt Helen Liddell an, die bisher Staatssekretärin für Energiefragen im Handelsministerium war.

Quelle: RPO Archiv

 
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