Aufsichtsbehörde deckt Fehler auf: Renten zu niedrig berechnet
zuletzt aktualisiert: 21.08.2010 - 15:55Düsseldorf (RPO). Viele Rentner haben in den vergangenen Jahren zu wenig Geld erhalten. Das Bundesversicherungsamt moniert in seinem Tätigkeitsbericht, dass die Ausbildungszeiten bei der Berechnung der Rente in machen Fällen schlichtweg vergessen wurden. Diese Fehler können mehr als 40 Euro im Monat ausmachen. Nun können Betroffene auf Nachzahlungen hoffen.
Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat eine Reihe von Fällen ermittelt, bei denen die Berufsausbildung der Rentner nicht mit der richtigen Dauer oder überhaupt nicht berücksichtigt wurde. "Fälle, in denen die Ausbildung nicht im Versicherungskonto gespeichert wurde, führten zu fehlerhaften Rentenbescheiden mit zum Teil erheblichen Zahlbetragsauswirkungen", heißt es in dem Tätigkeitsbericht des Jahres 2009.
Offenbar sind dieser Fehler nur ans Licht gekommen, weil das BVA in anderen Fällen die ungenügende Anrechnung der Ausbildungszeiten untersucht hatte. Seinerzeit hatte die Behörde die Rentenversicherungsträger hierfür bereits gerügt. Durch Stichproben stießen die Prüfer nun auf weitere Fälle. Um wie viele Betroffene es sich handelt, ist dem Bericht nicht zu entnehmen.
Allerdings haben die Betroffenen allesamt ihre Ausbildungszeiten in ihren Rentenanträger geltend gemacht. "Die Sachbearbeitung hatte es versäumt, diesbezügliche Ermittlungen zu führen und die Zeiten zu kennzeichnen", kritisierte die Aufsichtsbehörde. Hier machte sich zudem eine Änderung in dem Versicherungsrecht bemerkbar. Während vor 2004 Ausbildungszeiten pauschal angerechnet wurden, müssen diese nun individuell geltend gemacht werden.
Nun können die Rentner auf eine erkleckliche Nachzahlung hoffen. "Die Speicherung von Zeiten der Berufsausbildung kann ohne weiteres den monatlichen Zahlbetrag um mehr als 40 Euro erhöhen", heißt es in dem Bericht des Versicherungsamtes. Was für Summen zusammenkommen können, zeigt ein Fall aus dem letzten Jahr. Durch Beratungsfehler hatten tausende Frauen zu wenig Rente erhalten. Inzwischen wurden nach Angaben der "Frankfurter Rundschau" 14,5 Millionen Euro nachgezahlt - in Einzelfällen bis zu 38.000 Euro.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund erklärte am Samstag: "Sofern sich bei internen oder externen Prüfungen Hinweise auf Fehler ergeben, wird diesen umgehend nachgegangen." Die Zeiten der Berufsausbildung würden "in jedem Fall umfassend ermittelt" und die Rente in richtiger Höhe gezahlt.
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