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Veranstalter: Mehrere 10.000 Menschen: Revival der Ostermärsche

zuletzt aktualisiert: 01.04.2002 - 17:49

Frankfurt/Main (rpo). Bei den diesjährigen Ostermärschen haben nach Veranstalterangaben mehrere 10 000 Menschen gegen Krieg und Terror demonstriert - deutlich mehr als 2001. Vielfach wurde auf die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten Bezug genommen.

Bei frühlingshaften Wetter gingen am Montag noch einmal Tausende zu den Abschlusskundgebungen auf die Straße. Die größten Aktionen gab es in Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, Nürnberg und Kassel.

Das Frankfurter Ostermarschbüro zog eine positive Bilanz der Aktionen, die am Karfreitag begonnen hatten. An vier Tagen habe es in gut 70 Städten Demonstrationen gegeben. "Die meisten der beteiligten Veranstalter sprachen mindestens von einer Verdoppelung der Teilnehmerzahlen im Vergleich zum Vorjahr", sagte Sprecher Horst Trapp. Vor allem seien mehr jüngere Teilnehmer dabei gewesen. Die Furcht vor der Weiterführung des Anti-Terror-Krieges treibe die Menschen zu Friedensdemos. "Aber auch das gute Wetter spielte eine Rolle."

In Frankfurt zogen tausende Menschen in einem Sternmarsch aus vier Richtungen in die Innenstadt. Im Vorjahr waren es dort nur etwa 400 gewesen. Bei der Abschlusskundgebung kritisierte der Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter die Beteiligung der Bundeswehr am Anti-Terror- Krieg: "Keine noch so gewaltige militärische Überlegenheit schützt vor selbstmörderischer Rachebereitschaft." Deutschland solle endlich "den Mut aufbringen", seine erweiterte Verantwortung nicht militärisch, sondern friedenspolitisch zu zeigen.

IG-Metall-Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner äußerte den Verdacht, "dass der grauenhafte Terroranschlag vom 11. September für die Kriegführung instrumentalisiert wurde". Der Zielkatalog des Afghanistan-Krieges sei immer weiter aufgefächert worden, "so dass für fast jeden etwas Passendes zu finden war".

In Berlin protestierten am Montag mehrere tausend Menschen gegen den Krieg in Afghanistan und gegen eine deutsche Beteiligung an weiteren Anti-Terror-Einsätzen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich zwischen 5000 und 10 000 Ostermarschierer, die Polizei sprach von 1800 Teilnehmern. Auf Plakaten wurde vor einem Militärschlag gegen den Irak gewarnt.

In Hamburg demonstrierten Tausende vor allem gegen die Politik des israelischen Premiers Ariel Scharon im Konflikt mit den Palästinensern. In Nürnberg kamen etwa 1000 Menschen zum Ostermarsch. In Kassel sprachen die Veranstalter von gut 1200 Teilnehmern. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer dort auf rund 600. Auch in Aschaffenburg, Würzburg, München, Wolfratshausen, Bochum und Dortmund gab es Aktionen.

Rund 5000 Menschen hatten nach Angaben der Veranstalter am Sonntag gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in der Kyritz- Ruppiner Heide (Brandenburg) demonstriert. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Fritz Kuhn, sagte bei der Kundgebung: "Diese Region verträgt keinen Bombenabwurfplatz." Seine Partei werde sich dafür einsetzen, dass das Areal nicht militärisch genutzt wird.

Quelle: RPO Archiv

 
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