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Persönlich
Roberto Saviano . . . erhält Preis für Kampf gegen Mafia

Seine Waffe gegen die Mafia ist seit zehn Jahren das Wort. Bücher. Texte. Artikel. Der italienische Autor Roberto Saviano ist seit seinem Bestseller "Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra", das vor zehn Jahren erschien und die Machenschaften der neapolitanischen Mafia öffentlich machte, ein Mann, der mit der Angst leben muss. Der 41-Jährige wechselt regelmäßig seinen Wohnort, seine Mutter und sein Bruder nahmen eine neue Identität an, Freunde wandten sich von ihm ab, Fluggesellschaften wollen ihn nicht befördern, Sicherheitskräfte begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Saviano steht auf diversen Todeslisten der Mafia. Immer noch. Es ist der ewige Auftrag, den die Camorra-Gruppen für Verrat vorsehen.

Saviano hatte sich mit 26 nach dem Philosophie-Studium als Hafenarbeiter in die Strukturen der Camorra eingegraben und seine Erkenntnisse aufgeschrieben. Der Sohn eines katholischen Arztes und einer jüdischen Lehrerin wollte sich mit der Korruption, der tödlichen Gewalt in seiner Heimat nicht abfinden. Das Buch, für das Saviano zunächst keinen Verlag fand, wurde in 51 Sprachen übersetzt, als Kinofilm für den Oscar nominiert und als TV-Serie verfilmt. Doch sein Leben hat Saviano seither oft als "Hölle" bezeichnet und sein Buch bereut. Weil er im Unsichtbaren leben muss, im Schatten. Um zu überleben.

Für seinen Mut wurde Roberto Saviano gestern mit dem M100 Medien Award ausgezeichnet. Kanzlerin Angela Merkel lobte ihn vor Ort als "mutigen Einzelnen", als "Persönlichkeit, die Spuren hinterlassen hat". Man müsse die Pressefreiheit immer wieder neu verteidigen, sagte Merkel mit Verweis auf Repressionen gegen türkische Journalisten. Saviano betonte trotz der Drohungen weitermachen zu wollen. "Man kann Worte nicht aufhalten." Den Mut, sich so vehement und nachhaltig gegen die Mafia zu stellen haben nur wenige. Zu wenige. Gut, dass Saviano das tut.

Michael Bröcker

Quelle: RP
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