Gegenseitige Hilfe bei Übergriffen zugesagt: Russland, China und Mittelasien wollen Atomtest-Stopp
zuletzt aktualisiert: 05.07.2000 - 11:42Duschanbe (dpa). Russland, China und drei mittelasiatische GUS- Republiken haben zur Achtung der internationalen Abkommen über Atomtest-Stopps und Nichtverbreitung von Nuklearwaffen aufgerufen. In einer gemeinsamen Deklaration forderten die fünf Staaten am Mittwoch in Tadschikistan eine "multipolare Weltordnung" zum Erhalt der internationalen Stabilität. Die Staatschefs von Russland, China, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan hatten in Duschanbe ein Gipfeltreffen der so genannten Schanghai-Fünfergruppe abgehalten.
Kein Staat dürfe gegen einen anderen militärische Gewalt ohne Genehmigung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) ergreifen, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Itar-Tass in der Abschlusserklärung. Die fünf Staaten sicherten sich gegenseitig Hilfe im Falle einer Bedrohung durch extremistische oder terroristische Kräfte zu.
Bei dem Treffen in der tadschikischen Hauptstadt waren erstmals der russische Präsident Wladimir Putin und der chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin zusammengekommen. Thema des Gesprächs waren die von Russland kategorisch abgelehnten Pläne der USA zum Aufbau eines nationalen Raketenabwehrsystems (NMD) sowie der Korea- Konflikt.
Putin warnte im Fall eines Alleingangs der USA vor einer "Untergrabung des globalen Gleichgewichts". Sowohl China als auch andere Staaten hätten ihre "entschiedene Unterstützung" für den Erhalt des ABM-Vertrages von 1972 zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen geäußert, sagte Putin in Duschanbe.
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