Neue Polizeiverordnung kommt in bis zu sechs Wochen: Saarland will Kampfhunde verbieten
zuletzt aktualisiert: 09.05.2000 - 20:26Saarbrücken (AP). Das Saarland erwägt, die Haltung von Kampfhunden in bestimmten Fällen zu verbieten. Mit Verweis auf eine Vereinbarung der Innenminister von Bund und Ländern sagte der Staatssekretär im saarländischen Sozialministerium, Josef Hecken, der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwochausgabe), nicht nur Zucht und Handel von bestimmten Hunden sollten untersagt werden, sondern auch die Haltung.
Er rechne damit, dass die neue Polizeiverordnung schon in vier bis sechs Wochen in Kraft treten könne. Betroffen seien die Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und American Pitbull Terrier.
Nach Heckens Worten werde man versuchen, "in den Fällen, in denen ein eng gefasster Eignungsnachweis des Halters nicht möglich ist, die bereits in Verkehr befindlichen Hunde dieser drei Rassen auch einzuziehen". Diese würden in ein Tierheim gebracht oder im Polizeidienst Einsatz finden. Vor dem Erlass der Verordnung sollten Verbände der Hundehalter, Tierschutzverbände und der Kinderschutzbund angehört sowie Gespräche mit Kommunen und der Polizei geführt werden.
Die Innenminister hatten vergangene Woche nach einer Serie von tödlichen Zwischenfällen beschlossen, verstärkt gegen die gefährlichen Hunde vorzugehen, sich dabei aber nur auf Empfehlungen geeinigt. Bayern hat die Haltung einzelner Rassen schon vor Jahren verboten.
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