Noch keine Personalausweise: Saudi-Arabien erörtert Frauenrechte
zuletzt aktualisiert: 06.11.2001 - 11:06Dschidda/Kairo (rpo). Das saudische Herrscherhaus will die Rechte der Frau im Königreich stärken. Das versprach Kronprinz Abdullah Ibn Abdelasis bei einem Treffen mit Professorinnen und Ministern in Dschidda. Das klingt erstmal gut, aber gleichzeitig erklärte der Kronprinz, die Einführung von Personalausweisen für Frauen sei ein heikles Problem.
Wie die arabische Zeitung "Al-Hayat" am Dienstag berichtete, war dies das erste Treffen dieser Art zwischen Vertretern der königlichen Familie und Akademikerinnen, die auf mehr Rechte dringen.
Neben der in Saudi-Arabien umstrittenen Frage, ob Frauen überhaupt eigene Papiere haben sollten, ist auch die Feststellung der Identität der Ausweisbesitzerin nicht einfach, da die verschleierten Frauen in Saudi-Arabien ihr Gesicht nicht fremden Männern zeigen dürfen.
Eine weitere Forderung der anwesenden Frauen war laut "Al-Hayat" die Einrichtung von Frauen-Abteilungen an den Gerichten. Der Kronprinz räumte ein, dass es für die Frauen bisher oft nicht möglich sei, ihre Aussagen vor einem Richter - das sind in Saudi-Arabien ausschließlich Männer - zu Gehör zu bringen.
Kronprinz Abdullah Ibn Abdelasis versprach den Professorinnen eine Aufstockung des Budgets für die Schul- und Universitätsausbildung von Mädchen und Frauen. Außerdem erklärte er, es sei durchaus denkbar, dass die Frauen, die in Institutionen für Mädchen unterrichten, künftig auch Entscheidungskompetenzen erhielten. "Doch auch dies braucht etwas Zeit", betonte er.
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