FDP-Generalin sieht darin Vergleich mit Hitler: Scharfe Kritik an FAZ-Kommentar zu Westerwelle
zuletzt aktualisiert: 15.05.2002 - 17:03Berlin (rpo). Mit scharfen Worten hat sich FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper gegen einen Kommentar der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zur Kanzlerkandidatur von Parteichef Guido Westerwelle gewehrt. Westerwelle sei mit Adolf Hitler verglichen worden.
Pieper schrieb den Herausgebern der Zeitung am Mittwoch einen Brief. FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher wies gegenüber der Nachrichtenagentur AP die Beschuldigung als "Absurdität" zurück. Es sei lediglich eine historische Tatsache festgestellt worden.
Die Zeitung hatte in einem Kommentar in ihrer Montagausgabe die Frage aufgeworfen, was Westerwelle eigentlich für das angestrebte Amt des Bundeskanzlers qualifiziere, da er anders als die sieben bisherigen Kanzler der Bundesrepublik über keinerlei Regierungserfahrung verfüge. "Der letzte deutsche Kanzler, den nur das Charisma des Parteiführers empfahl, war Adolf Hitler", hieß es in dem Artikel.
Pieper forderte die Herausgeber auf, sich von dem Artikel zu distanzieren, in dem sie einen entsprechenden Vergleich zu erkennen meint. Wer publizistisch ein solches Klima erzeuge, müsse wissen, welche Folgen zu gegenwärtigen seien. In einem solchen Klima gedeihe Gewalt. Dies müsse jeder verantwortlich Handelnde gerade in diesen Tagen bedenken, verlangte die FDP-Generalsekretärin.
Schirrmacher erklärte hingegen, in der Zeitung sei kein solcher Vergleich gezogen worden. "Den zieht Frau Pieper, nicht wir", sagte er. Die Zeitung habe lediglich festgestellt, welche deutschen Kanzler politische Ämter bekleidet hätten und welche nicht.
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