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US-Gesandter Zinni vor der Rückkehr nach Nahost: Scharon besteht auf Waffenruhe

zuletzt aktualisiert: 02.01.2002 - 20:11

Jerusalem (rpo). Der israelische Außenminister Ariel Scharon hat mit seiner erneuten Forderung nach einer Woche Waffenruhe die neuen Vermittlungsversuche der USA schon vor ihrem Beginn gefährdet. Die USA schließen eine Konfrontation auf Grund der Unnachgiebigkeit Scharons nicht aus.

"Der Weg zum Verhandlungstisch führt über sieben Tage absolute Ruhe", wird Scharon in einer Erklärung seines Büros zitiert. Der US-Gesandte Anthony Zinni soll am Donnerstag für zunächst vier Tage in die Region zurückkehren. Er war im Dezember wegen der ausufernden Unruhen abberufen worden.

Die USA teilen Scharons Forderung nach einer einwöchigen Waffenruhe nicht bedingungslos, wie aus US-Kreisen verlautete. Die erneute Forderung Scharons deutet daher auf eine mögliche Konfrontation hin. Die Gewalt in Nahost ist stark zurückgegangen, seit der palästinensische Präsident Jassir Arafat vor rund zwei Wochen angekündigt hatte, härter gegen Extremisten vorzugehen. Seit dem 16. Dezember wurde kein Israeli mehr von Palästinensern getötet. Auf palästinensischer Seite wurden dagegen 20 Personen getötet; unter anderem erschossen israelische Soldaten acht Palästinenser, die angeblich in Gewalttaten und Terroranschläge verwickelt waren.

Der israelische Kabinettssekretär Gideon Saar sagte, das Ausmaß der palästinensischen Gewalttaten habe zwar um etwa 50 Prozent abgenommen, aber die gewaltfreie Phase habe noch nicht begonnen. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand die Uhr gestartet hat", sagte er. Die Palästinenser werfen Scharon vor, dass er mit seiner Forderung eine Waffenruhe verhindern wolle. "Die unmöglichen Forderungen und Bedingungen, die er (Scharon) setzt, könnten die Mission Zinnis unterlaufen, bevor sie begonnen hat", sagte der palästinensische Unterhändler Sajeb Erakat.

Die israelische Polizei nahm am Mittwoch den palästinensischen Arzt Mustafa Barghuti vorübergehend fest. Der Präsident der Palästinensischen Medizinischen Nothilfekomitees (UPMRC) stammt aus Ramallah, hatte aber in Jerusalem eine Pressekonferenz gegeben und damit gegen das von Israel verhängte Reiseverbot verstoßen. Als er Jerusalem verließ, sei er erneut festgehalten worden. Dabei sei er geschlagen worden, sagte er später. Die israelische Grenzpolizei setzte außerdem Tränengas gegen einige westliche Aktivisten ein, die mit Barghuti an der Pressekonferenz teilgenommen hatten.

Quelle: RPO Archiv

 
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