Umweltminister warnt vor Beginn in Johannesburg: Scheitern des Weltgipfels wäre "heftiger Rückschlag"
zuletzt aktualisiert: 23.08.2002 - 14:21Berlin (rpo). Vom 26. August bis zum 4. September befasst sich der UN-Weltgipfel in Johannesburg mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen Problemen der Welt. Kurz vor Beginn hat Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) vor einem Scheitern der Konferenz gewarnt.
"Wenn sich in Johannesburg zeigt, dass die internationale Staatengemeinschaft nicht handlungsfähig ist, werden wir einen heftigen Rückschlag erleiden", sagte Trittin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Die armen Länder in der Hoffnungslosigkeit zu lassen, würde die internationale Sicherheit gefährden." Trotz aller noch kurz vor Beginn umstrittenen Punkte sei ein Erfolg der bislang größten UN-Konferenz aber bis zuletzt möglich.
"Der Gipfel wird sich daran messen lassen müssen, wie konkret die Verpflichtungen der Weltgemeinschaft sein werden", sagte Trittin. "Es wird sich in Johannesburg erst erweisen, ob die Konferenz ein Schritt nach vorne oder die Fortschreibung der Feststellung sein wird, die schon vor zehn Jahren getroffen wurden." Trittin ist neben Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) Verhandlungsführer der Bundesregierung bei dem Treffen, das sich vom 26. August bis zum 4. September in Johannesburg mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen Problemen der Welt befasst.
Der Minister betonte: "Ich glaube nicht, dass der Gipfel schon zum Erfolg programmiert ist. Ich bin aber strikt dagegen, ihn jetzt schon - wie einige Nichtregierungs-Organisationen es tun - als gescheitert zu erklären." Ziel sei, Johannesburg zu einem "Gipfel der Umsetzung, nicht der großen Erklärungen" werden zu lassen.
Trittin begrüßte, dass nach derzeitigem Stand alle Regierungschefs der EU und Russlands an der Konferenz teilnehmen werden. Die Absage von US-Präsident George W. Bush hingegen sei ein falsches Signal. Eine Ländergruppe um die USA will sich nicht auf Verpflichtungen und Aktionsprogramme zur Umsetzung von Zielen festlegen lassen.
Ein Ziel der EU in Johannesburg sieht vor, dass der Anteil erneuerbarer Energien bis 2010 weltweit auf 15 Prozent steigt. Für noch wichtiger hält Trittin aber, dass die OECD-Länder ihren Anteil alternativer Energien am Energieverbrauch um zwei Prozentpunkte erhöhen. Die dann zunehmende Verbreitung der erneuerbaren Energien würde diese Technologien verbilligen, was wiederum zu besseren Einsatzchancen auch in Entwicklungsländern führen würde.
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