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Moskau
Schlägertrupp im Kaukasus attackiert Journalisten

Moskau. Bei einem Angriff auf ein Fahrzeug mit Journalisten und Menschenrechtlern haben Unbekannte im Nordkaukasus acht Menschen verletzt. Unter den Überfallenen waren auch Reporter aus Schweden und Norwegen. Sie waren mit Menschenrechtlern auf dem Weg von der Teilrepublik Inguschetien in die tschetschenische Hauptstadt Grosny. Kurz vor der Grenze griffen etwa 15 maskierte Jugendliche mit Baseballschlägern den Minibus der Gruppe an. Jeden einzelnen hätten sie aus dem Bus gezerrt, sagte der norwegische Journalist Oeystein Windstad. Am Ende steckten die Angreifer den Wagen in Brand. Die Schläger nannten die Aktivisten "Verräter, die in unserem Land nichts zu suchen haben".

Im Nordkaukasus sind Aktivisten und kritische Journalisten immer wieder Ziel von Angriffen. Die Gruppe wollte unter anderem Opfer von Menschenrechtsverletzungen treffen. Veranstalter der Tour war das "Komitee zur Prävention von Folter". Als scharfer Kritiker der Politik des tschetschenischen Verwaltungschefs Ramsan Kadyrow war das Komitee der Republikführung seit Langem ein Dorn im Auge. 2015 zog es nach Inguschetien um.

Dort wird nun wegen Rowdytums und Eigentumsdelikten ermittelt. Kadyrow wies jegliche Verbindung zurück. Die Untersuchungen dürften allerdings kaum zu den Auftraggebern führen - Kadyrow duldet keine inguschetischen Sicherheitskräfte auf seinem Territorium.

(don/dpa)
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