Nach Berichten des "Focus": Schreiber zeigt Schäuble wegen Falschaussage an
zuletzt aktualisiert: 04.11.2000 - 10:11München/Hamburg (dpa). Der Rüstungs-Lobbyist Karlheinz Schreiber (Foto, Archiv) hat nach Berichten der Nachrichtenmagazine "Focus" und "Spiegel Online" den früheren CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schäuble angezeigt.
Wie es hieß, liegt der Berliner Staatsanwaltschaft seit vergangenen Dienstag eine Strafanzeige Schreibers vor. Der Waffenhändler beschuldigt Schäuble, vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss in der Parteispenden-Affäre die Unwahrheit gesagt zu haben.
Schäuble hatte erklärt, er habe von Schreiber am 22. September 1994 persönlich eine 100 000 Mark-Spende erhalten. Schreiber dagegen erklärt in einer eidesstattlichen Versicherung, die der Anzeige beiliegt: "Ich habe Schäuble an diesem Tag nicht getroffen. Ich habe ihm auch nie Geld gegeben." Als Zeugin führt Schreiber seine Frau Barbara an. Ihm gehe es darum, "Schäuble als den größten Lügner in der deutschen Politikgeschichte zu entlarven", sagte Schreiber "Spiegel Online".
Schreiber, gegen den in Deutschland ein Haftbefehl wegen Bestechung vorliegt, lebt in Kanada.
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