Nahostkonflikt im Mittelpunkt: Schröder fordert Wirtschaftshilfen für Jordanien
zuletzt aktualisiert: 29.05.2001 - 14:22Berlin (rpo). Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am Dienstag König Abdullah von Jordanien und seine Frau Rania in Berlin empfangen. Schröder sprach sich angesichts der Eskalation im Nahen Osten dafür aus, Jordanien wirtschaftlich stärker zu unterstützen.
Die ganze Welt sei an der Stabilität des Landes interessiert, sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit König Abdullah II. in Berlin. Der Kanzler plädierte für den raschen Abschluss eines Assoziierungsabkommens der EU mit Jordanien und der zügigen Verwirklichung einer Freihandelszone.
Bei dem Treffen im Kanzleramt suchte der Monarch die Unterstützung der Bundesregierung für den ägyptisch-jordanischen Friedensplan. Diese diplomatische Initiative sowie die Vorschläge der internationalen Mitchell-Kommission zielen darauf ab, die Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien wieder in Gang zu bringen. Schröder will darüber auch mit Israels Ministerpräsident Ariel Scharon nächste Woche in Berlin sprechen.
Der 39-jährige Sohn des verstorbenen Königs Hussein, der von einer Wirtschaftsdelegation begleitet wurde, warb für verstärkte Investitionen in seinem Land. Er rechnet in Kürze mit konkreten Vereinbarungen. Bei einem Treffen mit deutschen Unternehmern betonte er, dass Jordanien in den vergangenen Jahren wirtschaftlich einen großen Sprung nach vorn gemacht habe. Er verwies darauf, dass zahlreiche junge Leute in den USA als Computer-Fachleute ausgebildet worden seien. Von der deutschen Wirtschaft wird Jordanien als zunehmend günstiger Standort für Firmen und den Tourismus betrachtet. Abdullah wies auch auf die neuen Möglichkeiten durch die letzte Woche eröffnete Freihandelszone im Hafen Akaba am Roten Meer hin.
Vorbelastet war die Visite des seit Februar 1999 amtierenden Königs, der von seiner Frau Rania begleitet wurde, durch den publik gewordenen Inhalt eines Gesprächs Schröders mit US-Präsident George W. Bush im März in Washington. Laut Aufzeichnungen des deutschen Botschafters Jürgen Chrobog hatte Schröder den Monarchen dabei als einen der intelligentesten, aber machtlosesten Herrscher der Region bezeichnet.
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