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Am Donnerstag Empfang beim Bundespräsident: Schröder und saudischer Kronprinz sprechen über Nahost-Konflikt

zuletzt aktualisiert: 06.06.2001 - 20:38

Berlin (rpo). Der saudi-arabische Kronprinz und stellvertretender Ministerpräsident Abdullah Ibn Abdelasis ist auf Deutschlandbesuch. Am Mittwoch traf er Bundeskanzler Gerhard Schröder. Nach inoffiziellen Angaben warb er um Unterstützung für die Palästinenser im Konflikt mit Israel.

Es ist der hochrangigste Deutschland-Besuch eines Vertreters des saudischen Königshauses in den vergangenen 20 Jahren. Begleitet wird Abdullah von 60 Mitgliedern einer Wirtschaftsdelegation, darunter auch Ölminister Ali al Nuaimi. Saudi-Arabien ist der weltgrößte Erdölproduzent und -Exporteur.

An diesem Donnerstag wird Abdullah, der seit einer Herzerkrankung von König Fahd 1995 die täglichen Regierungsgeschäfte leitet, von Bundespräsident Johannes Rau empfangen. Ferner sind Treffen mit Vertretern der deutschen Wirtschaft vorgesehen. Die deutsch-saudischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich nach Industrieangaben zuletzt positiv entwickelt. Deutsche Unternehmen haben im vorigen Jahr ihre Investitionen im Königreich auf 300 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelt. Das Handelsvolumen betrug im Jahr 2000 mehr als 3,5 Milliarden Dollar.

Die Führung in Riad ist derzeit vor allem an deutschen Investitionen in den Branchen Telekommunikation, Petrochemie, Verkehr und Bergbau interessiert. Der Kronprinz, ein Halbbruder von König Fahd, wurde von Schröder offiziell am Flughafen Tegel mit militärischen Ehren begrüßt. Dieses Privileg gilt nur für Besucher des saudischen Königshauses. Sonst werden inzwischen auch amtierende Staatsoberhäupter und Monarchen aus aller Welt nicht mehr durch den Kanzler direkt nach der Landung, sondern vor dem Kanzleramt begrüßt. Die Sonderregelung für Saudis geht auf Schröders SPD-Vorgänger Helmut Schmidt zurück, der den damaligen Kronprinzen Fahd 1978 ebenfalls auf dem Flughafen empfing. Nächste Station Abdullahs ist Schweden. Auf dem Rückflug besucht er noch Marokko.

Quelle: RPO Archiv

 
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