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33 Bauernhöfe in Bayern durchsucht: Schweinemast-Skandal: Acht Ermittlungsverfahren in Württemberg

zuletzt aktualisiert: 01.02.2001 - 17:43

Ravensburg/Straubing (dpa). Staatsanwälte in Bayern und Baden- Württemberg haben ihre Ermittlungen im Schweinemastskandal intensiviert. Die Justizbehörde im baden-württembergischen Ravensburg ermittelt jetzt in fünf Fällen wegen illegaler Praktiken in der Schweinemast und bereitet Ermittlungen in drei weiteren Fällen vor. Das bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Heister am Donnerstag der dpa.

In den insgesamt acht Fällen handelt es sich nach Auskunft von Heister um fünf Tierärzte, zwei Viehhändler und einen Landwirt. Sie stehen im Verdacht, ohne Diagnose legale Arzneimittel in größeren Mengen illegal abgegeben oder verwendet zu haben. Dies hatten die "Stuttgarter Nachrichten" berichtet. Heister sagte, der Schweinemast-Skandal in Württemberg habe nicht das anfänglich befürchtete Ausmaß und sei nicht vergleichbar mit den illegalen Praktiken in Bayern.

In Bayern wurden am Donnerstag 33 landwirtschaftliche Betriebe durchsucht. Es handelt sich dabei um Kunden der beiden Tierärzte, gegen die wegen illegalen Arzneimittelhandels ermittelt wird, erklärte der Präsident des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA), Heinz Haumer, in Straubing. Die Bauern seien bisher aber keine Beschuldigten in dem Fall. Zu Ergebnissen der Aktion wurde zunächst nichts bekannt.

Die bei den Durchsuchungen sichergestellten Präparate sollen untersucht werden, um zu überprüfen, ob darin unzulässige Substanzen enthalten sind. Nach Angaben der Ermittler hat sich der Verdacht ergeben, dass ein Geflügel-Medikament mit gefälschten Etiketten an Schweine- und Rinderzüchter verkauft worden ist.

Insgesamt waren mehr als 100 Polizisten und ein Dutzend Staatsanwälte im Einsatz. Die betroffenen Bauern seien sehr kooperativ gewesen. Die Landwirte seien zunächst Zeugen und nicht Beschuldigte.

Der Nürnberger Generalstaatsanwalt Heinz Stöckel wollte aber nicht ausschließen, dass sich auch Bauern strafbar gemacht haben. So sei es auch den Landwirten verboten, ohne begleitende Tierarztbehandlung Arzneimittel zu kaufen.

Insgesamt sind 15 Veterinäre beschuldigt. Der Straubinger Klinikchef Roland Fechter sitzt als Hauptverdächtiger in Untersuchungshaft. Die Sonderkommission "Schweinemast" beim Landeskriminalamt ist unterdessen auf 19 Beamte aufgestockt worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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