Wasserwerfer und Tränengas: Schwere Ausschreitungen am 1. Mai in Kreuzberg
zuletzt aktualisiert: 02.05.2001 - 06:13Berlin (rpo). Zum Abend des "Tags der Arbeit" ist es in Berlin-Kreuzberg noch einmal zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Lage dort eskalierte nach zwei Kundgebungen, so dass die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzen musste. Es gab Verletzte.
Trotz eines massiven Polizeiaufgebotes ist es am 1. Mai in Berlin erneut zu schweren Krawallen gekommen. Hunderte Gewalttäter lieferten sich am frühen Abend in Kreuzberg Straßenschlachten mit der Polizei. Dabei gab es zahlreiche Verletzte auf beiden Seiten. Mindestens 400 Menschen wurden festgenommen, sagte ein Polizeisprecher. Genaue Zahlen waren zunächst nicht bekannt. Auch gegen Mitternacht gab es noch Rangeleien zwischen Polizei und Störern in Kreuzberg.
Über das Ausmaß der Schäden gab es unterschiedliche Einschätzungen: Augenzeugen erklärten, bei den Krawallen habe es sich um die schwersten Ausschreitungen seit zehn Jahren an einem 1. Mai in Berlin gehandelt. Polizeipräsident Hagen Saberschinsky sagte dagegen, es habe deutlich weniger Schäden gegeben als in den Vorjahren. Berlins Innensenator Eckart Werthebach (CDU) will an diesem Mittwoch eine Bilanz der Vorfälle ziehen.
Randalierende Jugendliche hatten am Dienstagabend in Kreuzberg Autos in Brand gesetzt und Pflastersteine auf Polizeibeamte geschleudert. Sie versuchten auch, brennende Barrikaden zu errichten. Die Einsatzkräfte reagierten mit Wasserwerfern und Tränengas und setzte schwere Räumfahrzeuge ein, um die Barrikaden wegzuschieben. Zu Plünderungen von Geschäften, wie in einigen Vorjahren, kam es bis in die späten Abendstunden aber nicht. Die Krawalle waren ausgelöst worden, als mehrere hundert Menschen die Aufforderung der Polizei ignorierten, eine Straße in Kreuzberg zu räumen.
Die Polizei war rund um den 1. Mai mit der Rekordzahl von 9000 Beamten im Einsatz. Die Behörden hatten in diesem Jahr erstmals mit dem Verbot einer Demonstration von Linksextremen in Kreuzberg die Gewalt bereits im Keim ersticken wollen. Trotzdem hatten sich hunderte meist Jugendliche in der Nähe des zunächst geplanten Demonstrationsortes versammelt. Mit dem Anbruch der Dunkelheit beruhigte sich die Lage zunächst wieder.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

