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Persönlich
Scooter-Sänger H. P. Baxxter . . . droht Haft nach Krim-Konzert

Es gehört zum guten Ton auch auf Konzertbühnen, sich höflich zu verabschieden und seine Wünsche nach einem Wiedersehen auszudrücken. Das dachte sich wohl auch H. P. Baxxter am vergangenen Wochenende. Die deutsche Technoband Scooter, als deren Frontmann Baxxter gerne nach dem Verkaufspreis von Fisch ("How much is the fish?") fragt, spielte am Wochenende ein Konzert auf der durch Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Nach dem Auftritt rief der Sänger seinem Publikum entgegen: "Spasibo, Crimea! See you next time." Danke, Krim! Bis zum nächsten Mal. Das mag nett gemeint gewesen sein, hatte aber gleich zwei Haken. Der Erste: Eigentlich hätte Scooter dieses Konzert gar nicht geben dürfen. Die Band nämlich war über Russland in die Ukraine eingereist, was diese wiederum als Verletzung ihrer Grenzen wertete. Der Zweite: Das nächste Widersehen auf der Krim könnte deshalb in ferner Zukunft liegen - Baxxter und Kollegen droht nun eine Haftstrafe von acht Jahren. Die Einreise sei "ein Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen", sagte der ukrainische Botschafter Andrej Melnyk der Funke-Mediengruppe. Einmal in Rage gekommen, stellte Melnyk dann gleich noch Baxxters Eignung als Juror der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" infrage.

Ein Blick in seine Studienunterlagen hätte Baxxter viel Ärger ersparen können. Der gebürtige Ostfriese, Markenzeichen wasserstoffblond gefärbtes Haar, studierte in den 80er Jahren für kurze Zeit Rechtswissenschaften. Vielleicht zu kurz, um es bis ins Völkerrechtsseminar zu schaffen. Aber auch ohne Fachwissen über Reisebeschränkungen dürfte Hans-Peter Geerdes, so sein bürgerlicher Name, klar gewesen sein, was er mit dem Umweg über Russland in Gang setzt - schon im Juni soll die Ukraine ihn vor strafrechtlichen Konsequenzen gewarnt haben.

Tim Specks

Quelle: RP
 
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